Wer friert, macht ein Feuer, wer nass wird, baut eine Hütte, und wer Durst hat, sucht sich eine Quelle – denn im Wald gibts weder warme Betten noch Kühlschränke. Und selbst auf ihre geliebten Handys mussten 14 Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse eine ganze Woche lang verzichten – eine schiere Unmöglichkeit für viele ihrer Altersgenossen.

Doch sie haben es geschafft: Fünf junge Frauen und neun junge Männer haben das Survival-Camp der Schule Sarmenstorf, das heute auf der Fliehburg mitten im Wald zu Ende geht, nicht nur durchgestanden, sondern mit Bravour gemeistert. «Die Leistung und Qualität der Jugendlichen ist mit der von Erwachsenen vergleichbar», hält Survival-Experte Dario Carrozza fest. Sein Kollege Peter Holliger fügt hinzu: «Ich bin sehr stolz auf sie.»

Überlebenskurs zum Abschluss

Es war der erste Survival-Kurs mit Jugendlichen, den die beiden Survival-Instruktoren Holliger und Carrozza sowie die Psychologin Seraphina Zurbriggen durchgeführt haben. «Wir wollen unser Wissen weiter vermitteln und den Jugendlichen etwas mit auf den Weg geben», so Holliger. Also wandten sie sich an Esther Sorg, Fachlehrerin an der Oberstufe Sarmenstorf, die sie seit Jahren kennen. «Ich fand das eine tolle Idee. Nach all den Schuljahren entlassen wir die Schüler ins Berufsleben, da passt es doch perfekt, wenn wir ihnen zum Abschluss einen Überlebenskurs mitgeben», fasst Sorg zusammen. Natürlich sollte der Kurs freiwillig sein. Lehrerkollegen, Schulpflege, Gemeinderat, Förster und Jäger waren bald einverstanden.

Feuer in unter fünf Minuten - Yanick und Eric zeigen, wie's geht

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«Sofort wieder»

Am Montag ging die Überlebenswoche los. Trotz emotionaler und körperlicher Berg- und Tal-Fahrt waren die Schüler am Ende begeistert. «Anfangs war es hart und kalt. Aber wir haben so viel gelernt, und unser Zusammenhalt hat sich enorm gesteigert. Ich würde sofort wieder mitmachen», hält Sarah (15) fest. «Wenn man eine total wasserdichte Hütte nur aus Material baut, das man im Wald findet, und dann im Regen darunter sitzen kann, ist das ein tolles Gefühl», fügt Dominic (15) hinzu.

Auch für die Schule war die Woche ein absoluter Erfolg. «Eine Wiederholung ist sicher nicht ausgeschlossen», so Esther Sorg. Und auch für die drei Survival-Coaches war die Woche eine tolle Erfahrung.

Infos für andere Schulen gibts per Mail: tripelpunkt@gmx.ch