Unterfreiamt
Schritt nach vorne für Regionalplanung: Repla erhält eigene Geschäftsstelle

Die Repla Unteres Bünztal ist die letzte im Kanton ohne eigene Geschäftsstelle – das wird sich nun ändern. Der bisherige Gemeindebeitrag wird pro Einwohner dabei von 1.50 auf 2.50 Franken erhöht.

Andrea Weibel
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Der neue Repla-Präsident Arsène Perroud (Wohlen, links) verabschiedet seinen Vorgänger Heiner Graf (Hägglingen) herzlich.

Der neue Repla-Präsident Arsène Perroud (Wohlen, links) verabschiedet seinen Vorgänger Heiner Graf (Hägglingen) herzlich.

Andrea Weibel

Dass ein Regionalplanungsverband (Repla) für die Region wichtig ist, darüber sind sich alle einig. Und dass er sehr viel Arbeit leistet, steht auch ausser Frage. So war es für den bisherigen Präsidenten Heiner Graf (Hägglingen) auch einfach, den Vertretern der elf Dörfer, die sich zur Repla Unteres Bünztal zusammengeschlossen haben, klarzumachen, dass eine eigene Geschäftsstelle mit einem Geschäftsleiter schlicht nötig ist. «Ich habe nachgeschaut, und wir sind wirklich die allerletzte Repla im ganzen Kanton, die keine Geschäftsstelle und auch keinen eigenen Internetauftritt hat», verdeutlichte Graf am Dienstag im Schulhaus Boll in Büttikon seinen Kollegen.

Diese waren diskussionslos mit dem Antrag einverstanden. «Wir haben ausgerechnet, dass allein das Abarbeiten von Korrespondenz, das Vorbereiten der Konferenzen und das anschliessende Verfassen der Protokolle ein Arbeitspensum von über 300 Stunden ergibt, was einer 20-Prozent-Stelle gleichkommt.» Dazu kommen weitere 10 Stellenprozente: «Wir finden, unser Geschäftsstellenleiter sollte ausserdem selbstständig in der Lage sein, Projekte zu erarbeiten. So stellen wir uns etwa einen erfahrenen Gemeindepolitiker oder jemanden aus dem Planungsumfeld für die Stelle vor», führte Graf weiter aus.

1 Franken mehr pro Einwohner

Für Lohn und Infrastruktur, die für eine neue Geschäftsstelle nötig sind, veranschlagte der Vorstand 50 000 Franken. Dafür könnten hingegen rund 15 000 Franken an Kosten eingespart werden, die heute für Sekretariats- und Prüfungsarbeiten sowie die Entschädigung des Präsidenten berechnet werden. «Diese Entschädigung würde natürlich wegfallen, dafür hat der Präsident deutlich weniger Aufwand.» Auf die Frage, ob sich für 30 Stellenprozente eine entsprechende Person finden lässt, erklärte Graf, man könne sich auch vorstellen, die Stelle an eine Gemeinde zu koppeln.

Die 50 000 Franken, die jährlich anfallen, müssen von den Gemeinden beglichen werden. «Darum schlagen wir vor, dass der bisherige Gemeindebeitrag pro Einwohner von 1.50 auf 2.50 Franken erhöht wird. Das ist immer noch am unteren Ende der Repla-Beiträge im gesamten Kanton Aargau.»

Die elf Verbandsgemeinden, die von Hendschiken und Othmarsingen bis Sarmenstorf und Waltenschwil reichen, haben der Einführung eines Geschäftsstellenleiters einstimmig und der entsprechenden Erhöhung des Beitrages um einen Franken pro Einwohner mit nur einer Enthaltung zugestimmt. Ein grosser Schritt für die kleine Repla Unteres Bünztal.

Herausforderung Gesundheit

Auch eine Website für maximal 25 000 Franken darf erstellt werden. Das Geld soll dem Verbandsvermögen entnommen werden. «Für solche Projekte ist unser Vermögen vorgesehen», so Heiner Graf. Ebenfalls grünes Licht erhielt die Arbeitsgruppe Gesundheitsversorgung für ihr Strategiepapier, das sie mit der Repla Bremgarten-Mutschellen-Kelleramt ausgearbeitet hat.

Sie möchten das Pflichtenheft neu verfassen, denn vor allem die Strategie «ambulant vor stationär», die im Gesundheitswesen vorangetrieben wird, habe grosse Auswirkungen auf die Gemeinden. «In allen Pflegeinstitutionen gibt es leere Betten. Und für die Spitex ist die Situation auch eine grosse Herausforderung», hielt Paul Huwiler (Wohlen) im Namen der Arbeitsgruppe fest. «Wichtig ist, dass wir alle dazu bringen, zusammenzuarbeiten und gemeinsame Interessen weiterzuentwickeln.»

Für die Amtsperiode 2018–2021 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Heiner Graf, der als Vizepräsident vor zwei Jahren spontan das Präsidentenamt übernommen hat, tritt nach 16 Jahren im Vorstand zurück. Sein Nachfolger, der Wohler Gemeindeammann Arsène Perroud, verabschiedete ihn herzlich. Perroud war seit einem Jahr Vizepräsident, dieses Amt übernimmt nun Roland Polentarutti (Dottikon), der seit 8 Jahren im Vorstand ist. Neben den bisherigen Michel Christen (Waltenschwil), Ueli Lütolf (Villmergen) und Hans Rätzer (Othmarsingen) ist neu Robert Wirz (Hägglingen) in den Vorstand gewählt.

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