Fischbach-Göslikon

Schritt nach vorne für geplanten Reusssteg: Baudirektor Attiger gibt positives Zeichen

An dieser Stelle kann die Reuss zwischen Fischbach-Göslikon und Künten-Sulz in ein paar Jahren vielleicht über einen Steg gequert werden.

An dieser Stelle kann die Reuss zwischen Fischbach-Göslikon und Künten-Sulz in ein paar Jahren vielleicht über einen Steg gequert werden.

Die Idee eines Reussstegs zwischen Fischbach-Göslikon und Künten nimmt langsam Gestalt an. Regierungsrat Stephan Attiger reagiert positiv auf die Pläne der Gemeinderäte – versprechen kann er aber noch nichts.

Die Aussicht ist verlockend: Man spaziert von Fischbach-Göslikon aus ans Reussufer, setzt mit der Fähre auf die andere Seite über, lässt sich im Restaurant Fahr kulinarisch verwöhnen und spaziert danach gemütlich über den Reusssteg zurück nach Hause.

Zukunftsmusik. Einen Steg über die Reuss zwischen Fischbach-Göslikon und Künten gibt es (noch) nicht. Die Idee dafür ist jedoch schon länger vorhanden, wird von den Gemeinderäten Künten und Fischbach-Göslikon intensiv verfolgt und nimmt langsam, aber sicher Gestalt an. Für ein konkretes Projekt müssen jetzt noch weitere Abklärungen vorgenommen werden. Der Fischbach-Gösliker Gemeindeammann Hans Peter Flückiger hat an der Gemeindeversammlung über den aktuellen Stand der Planung informiert. Den Lead für die Planung hat der Gemeinderat Künten übernommen.

Schützenhaus bis Campingplatz

Eine erste Machbarkeitsstudie ist im November 2017 erstellt und im Dezember beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) zur Prüfung eingereicht worden. Als idealen Ort für einen öffentlichen Fussgängersteg erachten die beiden Gemeinderäte den Abschnitt der Reuss zwischen dem Fischbach-Gösliker Schützenhaus und dem Sulzer Campingplatz. Wie die Studie zeigt, wäre das technisch machbar und auch vom Naturschutz her erachtet man diese Lösung als verträglich.

Das BVU hat bereits im März 2018 geantwortet und verlangt, laut Flückiger, jetzt aber noch weitere Abklärungen: «Wir haben durch ein Ingenieurbüro die Realisierbarkeit eines Fussgängerstegs im Raum Bremgarten bis Gnadenthal abklären lassen. Dabei haben sich zwei Varianten ergeben. Eine im Raum Eggenwil, die sich aber als weniger geeignet herausgestellt hat, als die von uns bevorzugte zwischen Fischbach-Göslikon und Sulz. Das BVU will jetzt, dass wir den Planungsraum ausweiten und den ganzen Reussperimeter ab der Kantonsgrenze in Ottenbach und bis hinunter nach Mellingen in die Überprüfung miteinbeziehen.»

Der Gemeinderat Künten, erklärt Flückiger weiter, habe mittlerweile auch mit Baudirektor Stephan Attiger das Gespräch gesucht. Ziel sei es, noch vor den Sommerferien das weitere Vorgehen aufzugleisen.

Längster Abschnitt ohne Brücke

Auf die Auflage des BVU, das Planungsgebiet betreffend, geht Flückiger nicht ein. Es liegt jedoch auf der Hand, dass sowohl Künten wie auch Fischbach-Göslikon kaum ein Interesse an einem Reusssteg im Raum Mellingen, Bremgarten oder gar Ottenbach haben. Dort gibt es für Spaziergänger und Wanderer schon genügend Möglichkeiten, den Fluss zu überqueren.

Der längste Flussabschnitt ohne Übergang ist der Raum zwischen Bremgarten und Gnadenthal. Ein Steg zwischen Fischbach-Göslikon und Künten-Sulz läge ziemlich genau in der Mitte. Zwar gibt es zwischen den beiden Gemeinden einen Fährbetrieb. Doch die Fähre verkehrt erstens lediglich von April bis Oktober und zweitens nur am Wochenende zu begrenzten Zeiten. Von November bis März müssen Fussgänger und Wanderer aus dem Raum Fischbach-Göslikon und Künten-Sulz einen grossen Umweg in Kauf nehmen, wenn sie auf die andere Seite der Reuss gelangen wollen.

Die Reaktionen auf die Pläne der beiden Gemeinderäte sind in der Region deshalb sehr positiv. Auch der Fähriverein Künten-Sulz hätte nichts gegen einen Fussgängersteg einzuwenden, sagt Hans Peter Flückiger. Auch Baudirektor Stephan Attiger sieht einen solchen Übergang als Bereicherung, wie aus einem auf Facebook veröffentlichten Brief hervorgeht. Die IG Sandbank hat sich im März bei ihm persönlich für das Vorhaben starkgemacht.

In seinem Antwortschreiben an Hugo Kreyenbühl von der IG Sandbank hält Attiger fest, dass sich die geplante Fussgängerverbindung innerhalb des Reussuferschutzdekretes, im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler befinde und eine geschützte Ufervegetation betroffen sei. Zudem sei auf der gegenüberliegenden Flussseite ein Auenprojekt in Planung. Die Aufzählung der verschiedenen Schutzgüter zeige auf, dass es sich um ein äusserst sensibles Gebiet handle und deshalb müssten die verschiedenen Ansprüche sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.

Attiger spricht von Bereicherung

Attiger schreibt aber auch: «Selbstverständlich ist mir bekannt, dass eine Fussgängerverbindung für Wanderer und Erholungssuchende eine Bereicherung darstellen würde. Auch könnte eine gewisse Entflechtung der verschiedenen Nutzer (Fussgänger/Radfahrer) erreicht werden.» Dennoch dränge es sich auf, eine regionale Betrachtung aller möglichen Standorte vorzunehmen und den Entscheid dann unter Berücksichtigung sämtlicher Aspekte zu fällen. Die Prüfung verschiedener Fragen sei bei den betroffenen Fachstellen noch in Bearbeitung.

Ein Hoffnungsschimmer bleibt den Initianten schon jetzt: Attiger hält am Schluss seines Schreibens an die IG Sandbank fest: «Ohne das Ergebnis der internen Abklärungen vorwegzunehmen, kann ich schon heute sagen, dass ich dem Projekt wohlwollend gegenüberstehe, aber in jedem Fall eine eingehende Interessenabwägung erforderlich sein wird.»

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