Sie haben sogar eine eigene Fahne, die Isenbergschwiler, die seit genau 200 Jahren zu Geltwil gehören. Sie ist allerdings nicht historisch belegt, obwohl sie eine Burg und eine dreizackige Gabel zeigt und damit die Sage von der Isenburg bei Isenbergschwil aufnimmt. Dort soll ein schwarzer Teufel gelebt haben, der jeweils am Karfreitag seinen jahrelang bewachten Schatz hervorholte und an der Frühlingssonne das glänzende Gold leuchten liess. Geltwil und Isenbergschwil wurden am 26. Juni 1816 durch einen Staatserlass zu einem Dorf zusammengefügt. Grund genug für den Gemeinderat, alle Einwohnerinnen und Einwohner mit einer edlen Schokolade in rot-gelber Verpackung zu überraschen. Rot und gelb sind die Geltwiler Farben.

Die Isenbergschwiler sind zwar seit 200 Jahren echte Geltwiler, führen aber auch ein ziemlich intensives Eigenleben. Im August 2015 organisierten die vier Familien, die inzwischen als «scharfe Egge» über die Gemeindegrenze hinaus bekannt sind und nach eigenen Angaben «ein bisschen spinnen», beispielsweise ein 3-Tage-Fest durch, das Wellen warf. Schon früher waren die Isenbergschwiler selbstbewusst. Nach der Vereinigung mit Geltwil, wohl nur eine Vernunftsehe, beklagten sie sich 1824, dass sie keine Vertretung im Gemeinderat hätten.

Krach um Schulstandort

Streit gab es in der Zeit zwischen 1830 und 1833, als es um den Standort des Schulhauses ging. 1821, zehn Jahre nach dem neuen Schulgesetz, forderte die Regierung über den Bezirksschulrat die Gemeinde Geltwil-Isenbergschwil auf, endlich mit dem Bau eines Schulhauses zu beginnen. Der Bezirksschulrat schlug vor, das Schulhaus zwischen Isenbergschwil und Geltwil auf dem Land des Bauern Fischer zu errichten. Fischer verlangte für den Quadratfuss vier Rappen. Für diese Lösung waren die Geltwiler. Die Isenbergschwiler hingegen wünschten den Bau auf dem Land von Jakob Käppeli. Käppeli bot den Platz gratis an. Die beiden Teildörfer kämpften mit verbissenem Eifer um den Standort des Schulhauses. Es wurden sogar die verschiedenen Strecken ausgemessen. Es hiess, beim Bau der Schule im Land Fischers «fände Geltwil nicht geringeren Vorteil, da derselbe 200 Schritte ausser dem Mittelpunkt näher gegen Geltwil zu stehen komme». Der Bauplatz auf Käppelis Land wäre «50 Schritte ausser dem Mittelpunkt gegen Isenbergschwil gelegen». Der Bezirksschulrat folgte schliesslich dem Wunsch der Geltwiler; dieser Standort war nur wenige Meter vom heutigen Schulhaus entfernt in der Mitte der beiden Teildörfer.

Verheerender Dorfbrand

Ursprünglich sah Isenbergschwil anders aus. Am 20. März 1797 wurde der Weiler durch einen verheerenden Brand vollständig ausgelöscht. Die sechs Häuser mit ihren 14 Haushaltungen standen damals näher beieinander und waren vermutlich alle mit Stroh bedeckt. Die heutigen, grosszügigen Gebäudeabstände in Isenbergschwil sind die Folge der damaligen Katastrophe. Beim Wiederaufbau versuchte man, durch grössere Gebäudeabstände die Brandgefahr zu vermindern.

Spärliche Funde aus der Römerzeit beweisen, dass der Weg vom Bünztal ins Seetal seit ältester Zeit über Geltwil gegangen wurde. Die Mönche des Klosters fuhren über das Gemeindegebiet auf ihren Sommersitz auf dem Horben. Geltwil-Isenbergschwil war stets eng mit dem Kloster Muri verbunden. Ab 1415, nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen, war Geltwil dem Amt Muri zugeordnet.