Peach Weber

«Schön, am gleichen Tag wie Wawrinka gewonnen zu haben – auch ohne Pyjamahose»

Peach Weber gewann gestern den Prix Walo in der Sparte Kabarett/Comedy - am gleichen Tag wie Stan Wawrinka den French-Open-Titel holte.

Peach Weber gewann gestern den Prix Walo in der Sparte Kabarett/Comedy - am gleichen Tag wie Stan Wawrinka den French-Open-Titel holte.

Gestern Abend gewann Witzbold Peach Weber den 41. Prix Walo in der Sparte Kabarett/Comedy. Er freut sich riesig, einen bedeutenden Preis gewonnen zu haben und freut sich auf die Zukunft: «Jetzt fängt die Karriere erst richtig an!»

Gestern Abend gewann Peach Weber, der Witzbold aus dem Aargau, den 41. Prix Walo in der Sparte Kabarett/Comedy. Aber nicht zum ersten Mal – 1993 bereits gewann er die Auszeichnung in der Kategorie Publikumsliebling.

Peach Weber holt sich Prix Walo

Peach Weber: «Damit hätte ich also nicht gerechnet.»

Nach der Preisverleihung am Sonntagabend scherzte der Aargauer Komiker vor den Gästen im Zürcher Kongresshaus: «Ich erhalte ja nicht viele Preise. Jene, wie die Oltner Gurke oder den Salzburger Weissnichtwas sind ja kulturell so hochstehend, die bekomme ich sowieso nicht.»

Über den Prix Walo freut sich Weber aber durchaus. Im Gegensatz zu anderen Preisen, die von einer Jury vergeben werden, sei der Prix Walo ein Publikumspreis. Diesen könne man auch gewinnen, wenn man an den Vorstellungen volle Säle habe.

«Was het acht Ärm und esch gschminkt? De Tuntefisch»

«Was het acht Ärm und esch gschminkt? De Tuntefisch»

In seinem aktuellen Programm «Gäxbomb» bringt Peach Weber die Kalauer, für die er berühmt ist. Scheut aber auch nicht vor Themen wie dem Tod zurück.

Herr Weber, herzliche Gratulation zum Prix Walo. Wie fühlen Sie sich am Tag danach?

Peach Weber: Dieser Preis hat nach 39 Jahren als Komiker schon einen gewissen Stellenwert. Für mich heisst das: ich bin noch dabei! Ich kenne nicht mehr viele Komiker, die mit mir angefangen haben und heute noch unterwegs sind oder sogar volle Säle haben. Dafür bin ich sehr dankbar.

Wie haben Sie gestern gefeiert, haben Sie zünftig angestossen?

So wie ein 62-jähriger, der noch nach Hause fahren muss eben feiert. Ich trinke nicht gerne Alkohol. Ich habe im Anschluss an die Veranstaltung noch mit den Gästen geredet. Ich habe es genossen, einige bekannte Gesichter nach längerer Zeit wieder zu sehen und mich mit ihnen auszutauschen. Es war ein schönes Wiedersehen. Aber ich habe nicht auf dem Tisch getanzt, das habe ich übrigens auch früher nicht gemacht. Ich freue mich sehr über die Auszeichnung, vor allem nach dieser langen Zeit.

Wie geht es jetzt weiter?

Jetzt fängt die Karriere erst richtig an (lacht). Ich mache alle zwei bis drei Jahre ein neues Programm und bin damit in der Schweiz unterwegs. Ich freue mich darüber, dass die Säle nocht heute gefüllt sind. Bestenfalls mache ich bis 2027 weiter – dann findet meine Abschiedsvorstellung im Zürcher Hallenstadion statt. Diese ist jetzt schon beinahe ausverkauft. Deshalb überlebe ich mir noch eine Nachmittagsvorstellung anzuhängen. Es ist der längste Vorverkauf der Welt und damit meine einzige Chance auf einen Weltrekord. Sportlich liegt ja nicht mehr so viel drin (lacht wieder). Ich bin stolz darauf am gleichen Tag wie Wawrinka einen ähnlich bedeutenden Preis gewonnen zu haben, ohne dabei solch komische Pyjamahosen tragen zu müssen.

Stan Wawrinka gut gelaunt an der Pressekonferenz nach seinem Gewinn der French Open.

Stan Wawrinka gut gelaunt an der Pressekonferenz nach seinem Gewinn der French Open.

Im Telefonbuch steht unter ihrem Namen übrigens «Halbtags-Philosoph». Was meinen Sie damit?

Das ist natürlich ein Gag. Aber die Bezeichnung hat einen wahren Kern. Menschen, die nur immer Witze reissen, nimmt man irgendwann nicht mehr ernst. Menschen ohne Humor, will man aber auch nicht kennen. Ich finde Menschen mit beiden Seiten die Interessantesten. Meine az-Kolumnen, die ich schreibe sind humorvoll, haben aber auch immer eine nachdenkliche Seite. Ich sinniere über das Leben – einfach nicht den ganzen Tag; deswegen Halbtags-Philosoph. Ich geniesse die Tage, an denen ich nachdenken kann: Ora et labora.

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