Bremgarten
Schnupperlektion auf vier Hufen für Bremgartens Stadträtin Briner

Stadträtin Monika Briner war die bekannteste und aktivste Besucherin am Jubiläumstag «40 Jahre Physiotherapie/35 Jahre Ergotherapie» der St. Josef-Stiftung. Etwas müde sei sie, ja schläfrig, aber auch entspannt, sagte sie anschliessend.

Lukas Schumacher
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Stadträtin Monika Briner auf dem Pferd Rik, links Hippotherapeutin Gordana Burkhalter, rechts Pferdeführerin Irène Oggenfuss.

Stadträtin Monika Briner auf dem Pferd Rik, links Hippotherapeutin Gordana Burkhalter, rechts Pferdeführerin Irène Oggenfuss.

sl

Die Bremgarter Stadträtin und MS (Multiple Sklerose)-Patientin Monika Briner absolvierte auf dem Stiftungsgelände im Sattel des Islandpferdes Rik eine Schnupperlektion in Hippotherapie. Etwas müde sei sie, ja schläferig, aber auch entspannt, sagte die Stadträtin nach dem 15-minütigen Ritt auf dem 19-jährigen Schimmel.

15 Hippotherapie-Patienten

Monika Briner, bis vor vier Jahren eine begeisterte Reiterin und früher auch Pferdebesitzerin, hat nach der Lektion Lust auf regelmässige Hippotherapie-Stunden bekommen.
Die Stadträtin wäre die 16. Patientin, die wöchentlich das Hippotherapieangebot der St. Josef-Stiftung nutzt. Zwei geschulte, sehr geduldige Islandpferde stehen dafür zur Verfügung sowie ein Betreuungsteam. Ihm gehören Ursula Boschung und Irène Oggenfuss als erfahrene Pferdeführerinnen und zwei ausgebildete Hippotherapeutinnen an.

«Lockern und stabilisieren»

Laut Hippotherapeutin Gordona Burkhalter eignet sich diese Physiotherapiemethode auf vier Hufen besonders für Erwachsene, die an Multipler Sklerose (MS) leiden, der Entmarkungserkrankung des Nervensystems, und für Kinder mit Cerebraler Parese (CP), also für Kinder mit Bewegungsstörungen, die zurückzuführen sind auf eine frühkindliche Hirnschädigung. Bei der Hippotherapie-K, so der fachlich korrekte Ausdruck dieser Methode, werde die Bewegung des Pferderückens therapeutisch genutzt. Die rhythmischen Bewegungen würden die verkrampfte Muskulatur der Patienten lockern, die Rumpfmuskeln stabilisieren und das Gleichgewicht fördern.

4 Physio- und 2 Ergotherapeutinnen

Hippotherapie ist ein kleiner Teil des umfassenden Therapieangebots der Stiftung. Vier Physio- und zwei Ergotherapeutinnen mit gesamthaft 495 Stellenprozenten kümmern sich um 135 Patienten, wobei wöchentlich gut 190 Therapieplätze zur Verfügung stehen. Die Patienten sind grösstenteils Kinder und Jugendliche mit diversen Krankheitsbildern und Behinderungen, die in den Wohngruppen der Stiftung betreut werden. Aber auch Erwachsene sowie ambulante Patienten werden in Physiotherapieräumen und im Therapiebad fachlich begleitet und unterstützt.

Laut Violeta Stojicevic, der Leiterin des Bereichs Physio-/Ergotherapie, wird in der Physiotherapie nach verschiedenen Therapieansätzen gearbeitet, wobei das «Konzept nach Bobath» einen zentralen Stellenwert habe. Auch in der Ergotherapie kämen verschiedene Methoden und Konzepte zur Anwendung, wobei man spielerisch, anregend und unterstützend mit den Kindern arbeite. «Das Therapieziel», sagt Violeta Stojicevic, «ist stets das gleiche: grösstmögliche Selbständigkeit für unsere kleinen und grossen Patienten.»