Die Firma Taracell AG hat derzeit ihren Standort in Künten. Gemäss derzeitiger Planung soll aber in wenigen Jahren der grosse Umzug anstehen und alle Produktionslinien nach Niederwil verlegt werden. Ins Gebiet Geere, wo zu diesem Zweck ein Büro- und Produktionsgebäude mit Hochregallager gebaut werden soll. Ob es dazu kommt, ist auch von der Niederwiler Einwohnergemeindeversammlung von Dienstag abhängig. Denn damit der neue Gewerbebau realisiert werden kann, braucht es eine Umzonung, welche durch die Stimmbürger bewilligt werden muss.

Das 18'541 m2 grosse Grundstück ist derzeit als Arbeitszone 1 eingezont. Das heisst, hier sind industrielle und gewerbliche Bauten und Anlagen erlaubt, welche nicht oder nur mässig stören. Zukünftig soll die Fläche in eine Arbeitszone 2 umgewandelt werden, also in eine Zone, in der auch stark störende Betriebe zugelassen sind.

Dagegen gibt es Widerstand. Die Gegner argumentieren, das Erscheinungsbild des geplanten Baus sei sehr voluminös und füge sich nicht in das Landschaftsbild ein. Oder wie es ein Leserbriefschreiber ausdrückte: «Sollen die Gemeinde und unsere schöne Reusslandschaft bei den Durchreisenden so in Erinnerung bleiben?».

Der Gemeinderat argumentiert in ihrer Botschaft zur Gemeindeversammlung dagegen. Man habe hinsichtlich des Ortsbildschutzes eine umfassende Prüfung vorgenommen, schreibt der Gemeinderat von Niederwil. «Aufgrund der Distanz zu den Wohngebäuden und der vorgeschriebenen Bepflanzung des Bauzonenrandes entsteht durch die Erhöhung der zulässigen Gebäudehöhe um 3 Meter und der Maximalhöhe für das Hochregallager von 20 Meter kein Nachteil.» Und der Gemeinderat schreibt weiter: «Eine Verminderung der Wohn- und Lebensqualität ist nicht zu erwarten.» Wenn die «Gmeind» die Umzonung ablehnt, hat die Taracell AG das Recht vom Vorvertrag zurückzutreten. In diesem Fall müsste die Gemeinde der Firma die bereits geleistete Kaufpreisanzahlung von einer halben Million Franken zurückbezahlen.