Wohlen
Schlussakt: Die «Aaschmierer» sagen nach 25 Jahren Adieu

«D Aaschmierer händ uusgschmiert»: Die legendären Schnitzelbänkler treten zum letzten Mal auf. An der Finissage verkaufen sie 300 Fasnachtshelgen für einen guten Zweck.

Jörg Baumann
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Aaschmierer - Kantilehrer Urs Wiederkehr, Urs Senn und Markus Stutz am Strauschnitt 2012. (Archiv)

Aaschmierer - Kantilehrer Urs Wiederkehr, Urs Senn und Markus Stutz am Strauschnitt 2012. (Archiv)

Az Archiv

Nach 25 Jahren haben sich die «Aaschmierer», die berühmteste Schnitzelbankclique von Wohlen, 2014 von der Fasnacht verabschiedet. Am 7. März treten die drei humorvollen Kantilehrer Urs Wiederkehr, Urs Senn und Markus Stutz doch noch einmal an die Öffentlichkeit: Die «Aaschmierer» verkaufen die 300 Fasnachtshelgen, die der inzwischen pensionierte Zeichenlehrer Urs Wiederkehr in den letzten 25 Jahren kreiert hat, für einen guten Zweck. Der Erlös geht an den Kinderhort Peter Dreifuss in Wohlen und an den Reusspark, der das Geld für Ferien für die bedürftigen Bewohnerinnen und Bewohner verwenden kann.

Helgen werden nicht verbrannt

«Eigentlich wollte ich meine Fasnachtshelgen ursprünglich dem Feuer übergeben. Denn sie sind nun alle Geschichte. Alte Zeitungen entsorgt man ja auch. Es sei denn, es sei einer ein Sammler, der sie aufbewahrt, damit er ein Erinnerungsstück an frühere Zeiten hat», sagt Urs Wiederkehr.

Vom Gedanken, die Helgen zu verbrennen, brachten ihn dann seine Kollegen ab. «Es haben sich bei uns immer auch Fans gemeldet, die von uns ein Bild haben wollten. Diesem Wunsch können wir entsprechen», meint der kreative Zeichenlehrer.

An einer Finissage, die unter dem Motto «D Aaschmierer händ uusgschmiert» steht, werden die 300 grossformatigen Helgen am Samstag, 7. März, von 11 bis 18 Uhr im Rondell und in der Aula der Kantonsschule Wohlen ausgestellt und verkauft. Das Mindestgebot für einen Helgen beträgt volkstümliche 20 Franken. «Es darf ja natürlich auch gerne mehr geboten werden», sagt Wiederkehr.

Um 11, 14 und 16 Uhr treten die «Aaschmierer» während eines Apéros zum letzten Mal auf und geben ihre besten Verse aus den letzten 25 Jahren zum Besten. Davon gibt es mehr als genug. Denn die «Aaschmierer» machten sich an der Fasnacht über alles lustig, was sich anbot: So über den schrägsten Weihnachtsbaum aller Zeiten auf dem Kirchenplatz, über das Badi- und Eisbahnprojekt, von dem die Schulkinder noch träumen könnten, wenn sie einmal selber AHV-Rentner seien, über den Gemeinderat und ganz besonders über Gemeindeammann Walter Dubler. Dieser kam chronisch dran, und das im «Chäber», seinem Stammlokal, das auch die «Aaschmierer» regelmässig besuchen.

Dubler und seine Bauverwalter

Die «Aaschmierer» formulierten es einmal so, was sie an Dubler störte: «Und es isch jo würklich bitter, wie de Constantin vom FC Sitte syni Trainer all i d’Wüeschti schickt, wenn syni Mannschaft zwöimol lausig kickt.

De mahnet eus a Walter Dubler und sy Verschleiss a Bauverwalter. Und mir frogid schüüch, diskret und brav: Lyt’s z Wohle viellicht au am Chef?

De Constantin, de Machosack, zahlt d’Chöschte us em eigne Sack.»

Die «Aaschmierer» werden den Wohler Fasnächtlern wohl noch einige Zeit fehlen. Der Nachwuchs steht da, muss sich, wenn er sich am grossen Vorbild messen will, auf jeden Fall aber mächtig anstrengen.