Niederwil 

Schluss mit Etagentoilette: Fünf neue Zimmer im Kloster-Estrich

Die Situation für Bewohner im Reusspark wird verbessert. Künftig verfügt jedes der sanierten un der neuen Zimmer über eine eigene Nasszelle mit Dusche und WC. Die Aus- und Umbauarbeiten dauern noch bis April.

Die Zeiten mit Etagentoilette und -bäder im West-Flügel des ehemaligen Klosters Gnadenthal gehören bald der Vergangenheit an. Im Zentrum für Pflege und Betreuung Reusspark in Niederwil wird ein Wohnbereich mit 29 Betten für Frauen und Männer modernisiert und den heutigen Erfordernissen an Pflegeplätze angepasst. Das heisst, jedes der neuen und der sanierten Zimmer verfügt künftig über eine eigene Nasszelle mit Dusche und WC.

Die Bauarbeiten haben im Frühsommer 2018 begonnen und kommen gut voran. «Die Kosten werden sich im Rahmen des von der Generalversammlung des Vereins Gnadenthal am 19. Mai 2017 bewilligten Kredits von 10 Millionen Franken bewegen», war von Direktor Thomas Peterhans zu erfahren. «Es wird ein qualitativ gutes Umfeld für die betagten Bewohnerinnen und Bewohner im West-Flügel geschaffen.» Mit dem Aus- und Umbau wird aber gleichzeitig einmal mehr auch sehr viel dafür getan, das Baudenkmal Kloster Gnadenthal für die Zukunft zu bewahren.

Neue Zimmer, neue Dachlukarnen

Die aktuelle Bauetappe im Reusspark, in dem Gebäudeteil, der auch als Justen-Flügel bekannt ist, beschränkt sich nicht bloss auf die Sanierung, sondern beinhaltet den Einbau neuer, zusätzlicher Einzelzimmer im bisher ungenutzten zweiten Obergeschoss des Reuss-Flügels. Auch dort weisen die mit insgesamt vier neuen Dachlukarnen versehenen Räume behindertengerechte Nasszellen auf. Die neue Zimmerstruktur erstreckt sich über alle drei Stockwerke des gesamten Gebäudeflügels. Für die neuen Nasszellen, die zentralen  Pflegebäder, die Ausgussräume sowie Toilettenanlagen für Personal und Besucher auf allen Etagen musste zusätzliche Fläche geschaffen werden, denn man wollte die Anzahl der Betten nicht verringern. Und das liess sich nun, wie erwähnt, im leergestandenen Stockwerk mit fünf zusätzlichen Zimmern realisieren. 

West-Flügel besser erschlossen

Von zentraler Bedeutung ist neu die verbesserte horizontale und vertikale Erschliessung des West-Flügels des einstigen Gnadenthaler Konvents. Ein neuer, als Bettenaufzug dimensionierter Lift und das vom Keller bis zum obersten Stockwerk reichende Treppenhaus, wo im Betonkern die ganze Statik verankert ist, verbinden fortan alle von der Abteilung genutzten Gebäudeebenen.

Umbauten in alter Bausubstanz, die erst noch so wertvoll ist, wie jene des ehemaligen Klosters Gnadenthal, sind für gewöhnlich ziemlich heikel. «Es ist auch diesmal nicht einfach. Vor allem der Statiker war gefordert. Es kam zu gewissen Bauverzögerungen, weil aufgrund von Anweisungen des Statikers zum Teil nur etappenweise vorgegangen werden konnte», erwähnte Thomas Gratwohl, Leiter des Technischen Dienstes, auf dem Rundgang durch die Baustelle, auf der während des jetzigen Innenausbaus reger Betrieb herrscht. Bis im April soll diese erste Aus- und Umbauetappe im Reusspark abgeschlossen sein. 

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