Bremgarten

Schluss-Highlight mit Überraschung

Früher lagerten im Zeughaus Waffen. Das war in den letzten 30 Jahren in Bremgarten immer noch der Fall, erinnerte Fridolin Kurmann vom Kellertheater Bremgarten an der Eröffnung zum Jubiläum 30-Jahre-Stadtbibliothek.

Heute seien die Waffen aber nicht aus Eisen, es seien vielmehr die Bücher, welche die Lesenden auf Reisen schicken würden.

Stadtrat Matthias Meyer, Präsident des Stiftungsrates Stadtbibliothek, blickte auf die mittlerweile 30-jährige Geschichte der Stadtbibliothek zurück und dankte denjenigen Institutionen, die sie ermöglichen: der Einwohnergemeinde, der katholischen und der reformierten Kirchgemeinde und vor allem den Ortsbürger, die der Bibliothek die Räumlichkeiten gratis zur Verfügung stellen.

Für alle etwas

Ursula Vanal und ihr Team hatten für das Jubiläum ein tolles Programm mit vielen Highlights zusammengestellt. Familien und Kinder genossen vor allem die Geschichten, die ihnen in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek vorgelesen wurden. Da konnte, wer sich traute, schon mal den kleinen Eisbären, der ziemlich gross war, knuddeln. Ebenfalls ein Renner waren das Gamen mit Wii und das Filmquiz zu Jugendbüchern. Es galt, Fragen zu Filmausschnitten zu beantworten. Da es sich bei allen Filmen um verfilmte Jugendliteratur handelte, waren die entsprechenden Bücher ausgelegt – wem die Fragen zu knifflig waren, konnte also nachschauen.

Weil Kinder nicht nur gerne lesen und gamen, sondern sich auch bewegen sollen, konnten sie am Sonntagnachmittag im Zeughaussaal Zirkusgeräte des Arabas unter kundiger Anleitung ausprobieren.

Wortkünstler engagiert

Für die Literaturfreunde boten die drei angebotenen Lesungen ein besonderes Erlebnis. Eingeladen worden waren drei renommierte Schweizer Autoren mit einem Bezug zum Aargau: Hansjörg Schneider, Ruth Schweikert und Andreas Neeser, der derzeit ein Stipendium in Berlin absolviert und darum von ebenda nach Bremgarten anreiste. Die Möglichkeit, nach den Lesungen, die auf grossen Anklang stiessen, mit den Autoren zu plaudern und deren Bücher zu kaufen, wurde rege genutzt.

Neun mutige Mädchen

Bei der Planung des Jubiläums war den Organisierenden schnell klar, dass der Poetry-Slammer Simon Libsig eingeladen werden sollte. Weil dieser den Wunsch äusserte, mit Jugendlichen zu arbeiten, lud ihn Erhard Wiehl, Deutschlehrer an der Bezirksschule Mutschellen und Mitglied des Stiftungsrates Bibliothek Bremgarten, zu einem Workshop an die Kreisschule Mutschellen ein. Am Workshop nahmen alle vierten Bezirksschulklassen teil.

Das Kellertheater war bis auf den letzten Platz voll, als der Wortakrobat Libsig die Bühne betrat. Er legte gleich los – und kündigte, sichtlich erfreut, eine Überraschung an. Neun Schülerinnen der Kreisschule wollten es ihm gleichtun und selbst
geschriebene Texte vortragen.

Das Publikum wartete gespannt – und bekam bald viel Gelegenheit, zu schmunzeln und zu klatschen. Die behandelten Themen reichten von Traummännern über Traumhäuser oder Freundschaften bis zum Schulweg oder zu den Hausaufgaben – die die Schülerin nicht mehr erledigt, weil sie vorher süchtig nach ihnen war und darum jetzt auf Entzug ist.

Freude am Schreiben

Libsig machte seinem Ruf, der beste Bühnendichter der Schweiz zu sein, alle Ehre. Er, der sagt, dass für ihn Sprache fast ein Sportplatz sei, dribbelt mit viel Wortakrobatik und einer feinen Prise Ironie durch seine Geschichten. Entsprechend begeistert war der Schlussapplaus. Sympathisch, dass Libsig im Foyer zuerst den Mutscheller Bezirksschülerinnen, die aufgetreten waren, herzlich gratulierte. Ihre Vorführungen hätten ihm super gefallen, schwärmte er.

Sie hätten am Workshop auch Freude gehabt, erzählten Micah, Mirja, Lea und Stefanie. Am meisten Spass habe ihnen indes nicht der Auftritt selber gemacht, sondern das Schreiben. «Das Lustigste war, Ideen für die Texte zu finden», verriet Stefanie, «wir haben sehr viel gelacht.»

Ganz klar: Das Jubiläum der Stadtbibliothek Bremgarten hat wohl so manchen jungen und älteren Besucher «gluschtig» gemacht auf Bücher und Geschichten.

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