Schlössli Wohlen
Schlössli-Umbau: Ältestes Wohler Steinhaus zeigt bereits sein wahres Gesicht

Die mit Blachen verkleidete Nord- und Südfassade verraten, wie das Schlössli nach dem Umbau aussehen wird.

Jörg Baumann
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Das verhüllte Schlössli mit Vereinspräsident Fabian Furter (links) und den Vorstandsmitgliedern Edwin Hübscher und Wilfried Geissmann.

Das verhüllte Schlössli mit Vereinspräsident Fabian Furter (links) und den Vorstandsmitgliedern Edwin Hübscher und Wilfried Geissmann.

Lyne Schuppisser

Jedermann kann im Schlössli, dem ältesten Steinhaus in Wohlen, mit einem Beitrag von 1000 Franken Schlossherrin oder Schlossherr werden (az vom 3. Juni). Wenige Tage nachdem der Verein Schlössli sein Umbauprojekt und den Aufruf lanciert hat, dafür Gönner zu finden, haben sich beim Verein 20 Persönlichkeiten gemeldet, welche bereit sind, ihren Obolus für das Vorhaben zu entrichten.

Das Gesicht von morgen

Seit gestern zeigt das Schlössli sein wahres Gesicht. Zwei Angestellte der Firma Richnerstutz AG (Villmergen), die in der Werbung, Beschriftung und im Ladenumbau tätig ist, kleideten gestern die Nord- und Südfassade des Schlössli mit Blachen ein. Darauf ist die vorgesehene Fenstereinteilung im Massstab 1:1 abzulesen. Die Firma machte dem Verein Schlössli für die Fassadenverkleidung einen Spezialpreis. Die Raumeinteilung im Schlössli wird zusätzlich auf einer Tafel dargestellt, die im Verlauf noch aufgestellt wird.

So sah das Schlössli vor dem Umbau und der Verkleidung aus.

So sah das Schlössli vor dem Umbau und der Verkleidung aus.

Lina Giusto

Werbung für das Schlössli sei dringend angesagt, betont Fabian Furter, Historiker, Publizist sowie Präsident des Vereins Schlössli. Er und seine Mitstreiter wollen das Haus nicht der postmodernen und uniformen Architektursprache von heute opfern, sondern in seiner Eigenart als Treffpunkt und Volkshaus für alle Leute erhalten.

«Denn das Schlössli gehört als Zeitzeuge von alt Wohlen mit der katholischen Pfarrkirche, dem Emanuel-Isler-Haus und dem Bruggisser-Haus (Zahnarztpraxis im Park von Benno Schmidli) zu einem Ensemble, das man nicht einfach so zerstören darf», begründet Furter. «Wenn wir die beiden Hauptfassaden des Schlössli eingekleidet haben, wollen wir der Bevölkerung zeigen, wie wichtig das Haus für das Quartier ist.»

Vermutlich das Gerichtsgebäude

Im Schlössli, dem ältesten Steinhaus von Wohlen aus dem 12. bis 15. Jahrhundert, sassen vermutlich die Herren von Wohlen über ihre Untertanen zu Gericht. Um 1800 bestand in diesem Haus eine Dorfbeiz. Neben dem Schlössli erhob sich die «Unterhilfikers Scheune». Sie brannte jedoch 1891 ab. Mehrmals wollten Brandstifter dem Schlössli an den Kragen. Sie konnten dadurch einigen Sachschaden anrichten. Aber das Schlössli steht noch – zur Freude der einen, zum Ärger der anderen.

Mehr über das Umbauprojekt und die Finanzierung erfährt man an der Generalversammlung des Vereins Schlössli am Mittwoch, 26. Juni, 19.30 Uhr. Besammlung ist vor dem Schlössli an der Steingasse.