Für die Einsatzkräfte war die Hauptübung auf dem Schlossareal Hilfikon eine grosse Herausforderung. Das enge Schlossportal liess nur Platz für Material und Kleingeräte, die schweren Lösch- und Rettungsfahrzeuge mussten 100 Meter vor dem eigentlichen Einsatzort operieren.

Das Löschwasser wurde von einem Bach sowie einem Hydranten im Dorf bis zum Schloss hinaufbefördert. Dabei wurden den zahlreich erschienenen Besucherinnen und Besuchern, darunter viele Kinder, Mittel der Feuerwehrvereine aus vergangenen Zeiten vorgeführt.

An der Übung beteiligten sich 95 Einsatzkräfte. Mit Pferden, Handdruckspritzen und einer mechanischen Leiter wurde dem Publikum gezeigt, wie viel Kraft und Aufwand es früher gekostet hat, einem Brand Einhalt zu gebieten. Im gezeigten Szenario wurde der Brand bekämpft, Personen wurden aus dem Gebäude gerettet und medizinisch versorgt. Die Zuschauer hatten so die Möglichkeit, einmal hautnah mitzuerleben, wie ein Einsatz koordiniert wird.

Freude und Katastrophen

Der auf Ende Jahr zurücktretende Kommandant Theo Hagenbuch war sichtlich zufrieden mit dem Gezeigten. Die besondere Herausforderung, die eine Übung auf solchem Gelände mit sich bringt, war für ihn aber nicht der einzige Grund, den Anlass auf Schloss Hilfikon durchzuführen. Die Umgebung bot auch ein feierliches Ambiente für die neun anstehenden Beförderungen und die Übergabe des Kommandanten-Amtes.

Er habe sich immer als Ziel gesetzt, mit 50 aufzuhören, und freue sich deshalb, sein Amt nun abgeben zu dürfen, weil dieses auch unangenehme Aspekte mit sich bringe, so Hagenbuch. Er habe viele Katastrophen und Schicksalsschläge miterlebt, was nicht immer einfach gewesen sei.

Trotzdem blicke er auf eine sehr schöne Zeit zurück. Seit 30 Jahren ist er bei der Feuerwehr und seit 8 Jahren Kommandant. In dieser Zeit hat sich vieles verändert. Früher war es selbstverständlich, dass ein Junge mit 18 Jahren der Feuerwehr beitrat, heute bedarf es mehr Aufwand, um für Nachwuchs zu sorgen. Auch Übungseinsätze durchzuführen ist schwieriger geworden, weil sich manche Anwohner vom Lärm gestört fühlen.

Kommandant Walter Meier

Rückblickend war für den abtretenden Kommandanten die Zusammenführung der Feuerwehren der Gemeinden Villmergen, Dintikon und Hilfikon zur Feuerwehr Rietenberg ein Highlight. Die Fusion fand 1998 statt und war die erste über drei Gemeinden.

Dem zukünftigen Kommandanten, Walter Meier, rät er, immer sich selbst zu bleiben und seriös zu arbeiten, damit weiterhin die Sicherheit der Einsatzkräfte im Zentrum steht. Meier war bisher Vizekommandant, seinen Posten übernimmt Markus Portmann.

In der Feuerwehr Rietenberg engagieren sich 101 Person, davon 10 Frauen. Im laufenden Jahr kam es zu 18 Einsätzen, neben 3 Bränden gab es auch Vorfälle mit Öl und Überschwemmungen, fünfmal handelte es sich um Fehlalarme.