Schliessung
Allerletzte Jahresrechnung: Postagentur Eggenwil lief coronabedingt schlecht

Die Postagentur im Gemeindehaus Eggenwil, wurde Ende 2020 nach zwölf Jahren geschlossen. Ihr allerletzter Jahresbericht weist wegen der Pandemie keine rosigen Zahlen auf.

Andrea Weibel
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Doris Wernli betreute zwölf Jahre die Postfiliale Eggenwil in der Gemeindeverwaltung.

Doris Wernli betreute zwölf Jahre die Postfiliale Eggenwil in der Gemeindeverwaltung.

Marc Ribolla (30.12.2020)

Ausgerechnet das letzte Jahr der Postagentur Eggenwil war ein sehr turbulentes. Während der Coronapandemie wurde die Postagentur von Mitte März bis Ende Mai 2020 geschlossen und die Versorgung über die Post in Bremgarten sichergestellt. Nach dem 24. April wurde der Schalterdienst unter Schutzkonzept eingeschränkt betrieben.

So sind auch die Zahlen nicht verwunderlich. 2020 wurden während der offiziellen Öffnungszeit von 35 Stunden pro Woche durchschnittlich 59 (Vorjahr: 75) Kunden am Schalter der Gemeindeverwaltung bedient. Davon beanspruchten 53 (56) Prozent ein Angebot der Postfiliale, 37 (35) Prozent ein solches der Gemeindeverwaltung. 10 (9) Prozent nahmen beide gleichzeitig in Anspruch.

Rücksendungspakete bringen nichts ein

Rund 47 (41) Prozent aller Postgeschäfte waren Sendungsaufgaben, gefolgt von Sendungsabholungen mit 27 (31) Prozent. Die übrigen Dienstleistungen bewegten sich seit der Integration der Postfiliale in die Gemeindeverwaltung am 1. September 2008 bis zum Schluss in einem weitgehend konstanten Rahmen.

Im letzten Jahr wurden bei der Post Eggenwil insgesamt 4251 (5641) Briefe und Pakete mit Hilfe des Sendungsmoduls selbstbedient frankiert und über die Schalterkasse abgerechnet. Hinzu kam eine immer stattlichere Anzahl bereits vorfrankierter Sendungen (beispielsweise Zalando-Pakete), die im Gemeindehaus abgegeben wurden.

122 (226) Personen machten vom Bargeldbezug Gebrauch und bezogen insgesamt 50'317 (82'455) Franken. Total 158 (239) oder durchschnittlich 16 (20) Personen pro Monat erledigten ihre Einzahlungen am Schalter.

Ein Modellwechsel hätte die Entschädigung halbiert

Die zu Beginn von der Schweizerischen Post prognostizierte Abgeltung von 19'000 Franken pro Jahr oder rund 1600 Franken pro Monat wurde seit der Integration der Post in die Verwaltung in fast jedem Monat übertroffen. 2020 betrug sie rund 1530 (1680) Franken pro Monat. Damit konnte die Postfiliale 2020 wie erwartet nur knapp kostendeckend betrieben werden.

Die stetige Abnahme der Brief- und nicht vorfrankierten Paketsendungen schlug erneut negativ zu Buche. Dieser Trend hätte sich weiter fortgesetzt. Mit 19'100 (20'200) Franken Ertrag wurde 2020 der tiefste Wert seit der Übernahme erzielt.

Mit dem Modellwechsel wäre auch ein neues Entschädigungsmodell verbunden gewesen. Die Folge: Eine Halbierung der gesamthaften jährlichen Vergütung auf nur noch rund 9800 Franken. So musste die Postagentur also schliessen.