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Schimmelpilz verschwunden, die Holzwürmer besiegt: Pfarrkirche erstrahlt in neuem Glanz

Die Türen der Pfarrkirche St.Nikolaus in Waltenschwil gehen nach der durchgeführten Innenrenovation morgen Sonntag wieder auf.

Feuchtigkeit breitete sich aus, Pilz- und Holzwurmbefall wurden festgestellt. Die Zeit für eine Innenrenovation der römisch-katholischen Kirche in Waltenschwil war gekommen. 2017 präsentierte die Kirchenpflege das Vorprojekt, das 2018 bewilligt wurde: 660'000 Franken genehmigten die Stimmberechtigten. Abzüglich der Subventionen von 160'000 Franken bleibt der Kirchgemeinde ein Betrag von 500'000 Franken.

«Die Sockelmauern im Kircheninnern waren praktisch alle feucht und die Wände wiesen bis weit hinauf Pilzbefall auf. Ausserdem hatten Holzwürmer bei einer der Treppen zur Empore ihr zerstörerisches Werk begonnen. Wir mussten handeln», führte diese Woche Kirchenpflegepräsident Renato Widmer bei einem Rundgang durch die Kirche aus. Das Gotteshaus erstrahlt nach der Innenrenovation in neuem Glanz und kann morgen im Rahmen eines Gottesdienstes erstmals wieder genutzt werden. Während der Sanierungsarbeiten von Juni bis Ende Oktober fand das kirchliche Leben der rund 1400 Waltenschwiler Katholiken im Kirchenzentrum Myra statt.

Alle an der Erneuerung der Waltenschwiler Kirche Beteiligten sahen sich in einem Spannungsfeld von Denkmal und Restaurierung mit unterschiedlichen Anforderungen, Erwartungen und Ansprüchen konfrontiert. Der Präsident der Kirchenpflege zeigt sich erfreut über das gelungene Werk und findet lobende Worte: «Kompetente Fachleute haben unsere Kirche hervorragend renoviert.»

Die Temperaturunterschiede im Kirchenraum führten zu Feuchtigkeitsschäden. Deshalb wurde nun im Rahmen der Innenrenovation eine neue Heizungssteuerung für die sakralen Räume eingebaut, wie Widmer erwähnte. «Es herrschen jetzt konstant 12 Grad in der Kirche. Wir waren bereits an die Fernwärme der politischen Gemeinde angeschlossen und konnten die Bankheizung und die kleine Elektroheizung unter den Fenstern weiterverwenden.»

Kirche wurde gereinigt, die Beleuchtung ersetzt

Seit der letzten grossen Reinigung von 2005 sind die Wände in der Kirche wieder ziemlich dunkel geworden, sodass sie mit einem speziellen Verfahren von Russ, Staub und Schimmel befreit werden mussten. Durch den vollständig eingerüsteten Innenraum war es möglich, auch die prächtigen Deckengemälde zu restaurieren. Ausserdem wurden in der 180 Jahre alten Kirche alle Stationenbilder, Statuen und weiteres Inventar aufgefrischt. Die ganze Elektronik ist neu und die Beleuchtung konnte komplett von Spotlampen auf dimmbare LED umgestellt werden.

Im Band «Der Bezirk Muri» aus der Buchreihe «Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau» wird die Waltenschwiler St.-Nikolaus-Kirche als in den Jahren 1837 bis 1839 nach Plänen von Johann Keusch aus Boswil erbautes Gotteshaus beschrieben, das sich am Südufer der Bünz befindet. Der Chor weist nach Osten. Im Turm hängen vier Glocken, die alle in der Glockengiesserei Rüetschi in Aarau gegossen wurden. Der Innenraum der Kirche ist in fünf Joche gegliedert, die auf Gesimsstücken, die stark gedrückte, von Stichkappen angeschnittene Tonne tragen, deren ­Mittelstück flach ist. Das Eingangsjoch nehmen zwei Emporen auf toskanischen Stuckmarmorsäulen ein. Der Chor ist ungegliedert und flach gedeckt. Die Sakristei befindet sich hinter dem Hochaltar.

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