Wohlen

Schilder beim Büelisackerkanal: Kritik am Gemeinderat geht weiter – der kann nichts tun

Die beiden Schilder, die an der Bünz Richtung Büelisackerkanal hingen, stammen nicht von den Gemeinden.

Die beiden Schilder, die an der Bünz Richtung Büelisackerkanal hingen, stammen nicht von den Gemeinden.

Die Diskussion geht in die nächste Runde: Vor ein paar Tagen sind an der Bünz zwischen Waltenschwil und Wohlen Schilder montiert worden, die vor der Gefährlichkeit eines improvisierten Übergangs beim Büelis­ackerkanal warnen. Dieser liegt unmittelbar neben der Staumauer für das 2017 fertiggestellte Hochwasserrückhaltebecken.

Der Übergang ist ein Kompromiss: Mit dem Bau des Rückhaltebeckens ist der bisher westlich der Bünz verlaufende Rad- und Wanderweg auf einem längeren Abschnitt auf die östliche, rechte Seite des Flüsschens verlegt worden. Gleichzeitig wurde der westlich in die Bünz mündende Büelisackerkanal offengelegt und dort ein kleines Naturreservat geschaffen. In der Planung war eine richtige Brücke über diesen Kanal zwar ein Diskussionsthema. Doch die Idee fand im komplexen Verfahren, in das verschiedene Interessengruppen involviert waren, keine Zustimmung.

Die damals ausgehandelte Kompromisslösung stösst – drei Jahre nach der Fertigstellung des Bauwerks – auf massive Kritik. Spaziergänger, die während Jahrzehnten links der Bünz gewandert sind, wollen ihre alte Gewohnheit beibehalten und nicht im erwähnten Abschnitt auf die rechte Seite wechseln. Sie fordern vom Wohler Gemeinderat den Bau einer Brücke, die es auch älteren Leuten erlaubt, den Büelisackerkanal gefahrlos zu überqueren.

Schilder kamen vermutlich von Privaten

Doch der hat gar nicht die Kompetenz dazu. Laut Markus Zumsteg, Sektionsleiter Wasserbau im Departement Bau, Verkehr und Umwelt, wäre dazu ein aufwendiges Baubewilligungsverfahren mit ungewissem Ausgang nötig. Einsprachen wären so gut wie sicher, weil insbesondere Landwirtschaft und Naturschutz an einer Brücke keine Freude hätten, so Zumsteg.

Zurück zu den – inzwischen wieder verschwundenen – Schildern: Sie wurden in den sozialen Medien sowie in Leserbeiträgen als schlechter Witz bezeichnet. Der Gemeinderat Wohlen wolle damit von seiner Untätigkeit in dieser Sache ablenken, hiess es. Nur: Die Schilder hat die Gemeinde Wohlen gar nicht in Auftrag gegeben. «Wir vermuten eine Aktion von Privaten», sagt Gemeindeammann Arsène Perroud auf Anfrage. Auch der Gemeinderat Waltenschwil, auf dessen Gemeindegebiet die einfach gemachten Plakätchen montiert waren, wusste von nichts.

Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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