Abtwil

Scheinwerfer an für ein Geschenk

Im Scheinwerferlicht: Hugo Felber dirigiert die Musikgesellschaft Abtwil am vielfältigen Jahreskonzert. Eddy Schambron

Im Scheinwerferlicht: Hugo Felber dirigiert die Musikgesellschaft Abtwil am vielfältigen Jahreskonzert. Eddy Schambron

Die Musikgesellschaft begeistert das Publikum mit einem abwechslungsreichen Konzert.

In Zeiten, wo gerne aufgebauscht und geblendet wird, wo Firlefanz und Brimborium oft von den Tatsachen ablenken, war das Jahreskonzert der Musikgesellschaft Abtwil wohltuend anders: schnörkellos und ehrlich. Wer diese hohe musikalische Qualität liefert, hat Blendwerk schliesslich auch nicht nötig. Es braucht dann nur noch eine Bühne und ein paar Scheinwerfer. «Spotlight», zu Deutsch Scheinwerfer, waren die Jahreskonzerte denn auch übertitelt. Sie waren buchstäblich ein Geschenk an ein grosses, begeistertes Publikum.

In allen Farben

Der Scheinwerfer der Musikgesellschaft Abtwil unter der Leitung von Hugo Felber war, wie gewohnt, nicht einfach hell und warm, er bot alle Regenbogenfarben in den unterschiedlichsten Helligkeitsstufen. «Prismatic Light» von Alan Fernie machte den Auftakt zum Konzert. Licht ins Dunkel bringt in Gotham City der Scheinwerfer, der Batman ruft. Das ist in der Version von Danny Elfman nicht anders – die Abtwiler erzählten musikalisch packend, wie Batman den Schurken an den Kragen geht und die (wahrscheinlich wunderschöne) Frau aus ihren Klauen rettet. Nach «Vitae Lux» von Frode Alnaes entliess die Musikgesellschaft das Publikum mit dem selbst so bezeichneten Hauptwerk des Abends, «Life Ablaze» von Steven Ponsford, in die Pause. Der Funke war schon längst ins Publikum gesprungen.

Verbunden mit Goff Richards

Mit Goff Richards, einem prominenten Brassmusik-Komponisten, ist die Musikgesellschaft Abtwil speziell verbunden, wie Ansager Remo Hegglin ausführte: Richards hat nämlich einmal eine Probe der Abtwiler geleitet. Mit «The Spirit Of Youth» von ihm wurde der zweite Teil eingeleitet, der auch mit seinen verschiedenen Musikstilrichtungen überraschte und erfreute. Von Elton John stammt «Don’t Let The Sun Go Down On Me», ein Ohrwurm, den jeder kennt und wohl jeder mag. In einem Kontrast dazu stand « The Clog Dance» von John Marcangelo, von den Musikantinnen und Musikanten alles andere als hölzig dargeboten. Nach «Macarthur Parc» von Jim Webb und «A Brand New Day» von Luther Vandross beendete der Marsch «Washington Grays» von Claudio S. Grafulla den offiziellen Teil des Konzerts. Letzterer wurde von der Musikgesellschaft Abtwil so überzeugend gespielt, dass es schien, ihr Dirigent sei versucht, Achtungstellung anzunehmen. Die Vielfältigkeit des Konzertes wurde schliesslich mit drei Zugaben nochmals getoppt: mit «Malagueña», 100 Jahre alt und ursprünglich ein Volkstanz, mit einem alten irischen Choral und schliesslich mit einer südböhmischen Polka.

Vor «Bläch-Night»

Katrin Bischof, Präsidentin der Musikgesellschaft Abtwil, nutzte gerne die Gelegenheit, auf die Fahnenweihe und die «Bläch-Night» am 3. September in Abtwil aufmerksam zu machen. Nach 40 Jahren gibt es für den Verein eine neue Fahne, welche auch ein Symbol für die Kameradschaft und die Zusammengehörigkeit ist. An diesem Samstag auf dem Schulhausareal gibt es nicht nur den Festakt, sondern ein Herbstfest des Abtwiler Dorfläbe mit Spielständen für Familien und selbstverständlich mit musikalischer Unterhaltung mit den Musikgesellschaften Mühlau, Dietwil, Oberrüti und Abinchova Ebikon. Schliesslich spielen am Abend an der «special Bläch-Night» verschiedene Kleinformationen aus der Region und Viera-Blech aus dem Tirol.

Bischof, selber schon seit zehn Jahren Präsidentin der Musikgesellschaft Abtwil, dankte dem langjährigen Dirigenten Hugo Felber für sein grossartiges Engagement und Remo Hegglin für seine Ansage, die mehr war als eine Überleitung zu den einzelnen Stücken. Vielmehr kam der Ansager beim Publikum sozusagen als Entertainer an. Noch Fragen?

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