Anmutig schnitten sie mit ihren Kufen Linien ins Eis, drehten sich zur Musik um die eigene Achse und sprangen durch die Luft, als gäbe es nichts Leichteres. Nur in den seltenen Momenten, wenn eine Eiskunstläuferin oder ein Eiskunstläufer ausrutschte, wurde den Zuschauern wieder klar, dass es Talent und vor allem viel Übung braucht, bis man sich so graziös über die spiegelglatte Fläche bewegen kann. Beim Schaulaufen interpretierte der Eislaufclub Wohlen das diesjährige Motto «Dolce Vita» – süsses Leben – auf viele verschiedene Arten. Angefangen bei den 1. Sternli, die als Cupcakes im wahrsten Sinne des Wortes eine süsse Einlage auf das Eis zauberten. Ladina Riedli entführte die Zuschauer für ihre Vorstellung eines süssen Lebens in den Wilden Westen, Lynn Müller nach Australien und Naomi Müller nach Rio.

Schaulaufen Wohlen: Das süsse Leben auf dem Eis

Schaulaufen Wohlen: Das süsse Leben auf dem Eis

Die Gruppe 2. Sternli tanzte in Herz-Kostümen, denn zum süssen Leben gehören ja auch romantische Gefühle. Das sieht wohl auch Ashley Heinsalo so, ihre Nummer hiess «Lovestory».

Trainerin Renate Leuthold, zuständig für die Choreografie, hat auch nach unzähligen Jahren immer wieder neue Ideen, wie man das jährliche Schaulaufen gestalten kann. «Die Ideen nehme ich aus dem Alltag. Bei fast allem, was ich tue, ist mein erster Gedanke: ‹Wie könnte ich das auf dem Eis umsetzen?›», erklärt sie. Das Eisschaulaufen sei für sie eigentlich keine Arbeit, sondern Vergnügen. «Wir versuchen auch in erster Linie, Freude am Eiskunstlaufen zu vermitteln. Die Freude an der Leistung kommt bei den Kindern von alleine, natürlich auch durch ihre Vorbilder.» Das sind ganz offensichtlich nicht nur leere Worte, denn der Eislaufclub präsentierte gestern nicht nur talentierte Einzelläufer, sondern auch Gruppennummern. Die machten eindrücklich klar, was Leuthold anschliessend bestätigt: «Nachwuchssorgen haben wir keine.»

Die 3. Sternli luden zum Carnevale di Venezia und die 4. Sternli tanzten zu Beat Drops. Beim Schaulaufen wurden den Zuschauern aber nicht nur kreative Nummern und akrobatische Spitzenleistungen geboten, auch musikalisch kamen sie auf ihre Kosten: Larissa Simon sang zur Eröffnung des
2. Teils «Atemlos durch die Nacht.»