Boswil

Schaufel, Karrette und ein VW-Bus: die Berger Gartenbau AG feiert ihren 50. Geburtstag

Inhaber Beat Keusch ist stolz auf seine Firma am neuen Standort in Boswil und die 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Heute wird gefeiert.

Inhaber Beat Keusch ist stolz auf seine Firma am neuen Standort in Boswil und die 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Heute wird gefeiert.

Die Berger Gartenbau AG feiert heute ihren 50. Geburtstag – Inhaber Beat Keusch, der seit 20 Jahren dabei ist, blickt zurück.

Ein grosser Industriebau in Knallgelb steht seit gut einem halben Jahr im Boswiler Industriegebiet im Riedmattächer. Man kann es sich kaum vorstellen, aber bevor die Firma hier eingezogen ist, arbeitete sie von einer 3 1/2-Zimmerwohnung aus. Doch jetzt haben die Leute mit den ebenso sonnengelben Shirts, auf denen unter der Silhouette eines Berges der Name Berger prangt, endlich genug Platz, um zu wirken.

Denn das tun sie: Sie wirken besonders im Oberfreiamt und sorgen dafür, dass es in den grossen und kleinen Gärten blüht. Und das mittlerweile seit 50 Jahren. Dabei hat alles mit drei Dingen angefangen: mit einer Schaufel, einer Karrette und einem VW-Bus.

Überall wachsen ihre Gärten

«Tatsächlich habe sich der Firmengründer Ueli Berger, gelernter Topfpflanzgärtner, damals genau diese drei Dinge gekauft und begonnen, Gärten zu pflegen», berichtet der heutige Inhaber Beat Keusch. «Doch bald hatte er so viel zu tun, dass ihm erst sein Bruder und deren Cousin halfen und sie dann weitere Mitarbeiter anstellen konnten.»

Auf einer Tour durchs Oberfreiamt kommt man an unzähligen Gärten vorbei, die von Berger und seinem Team gestaltet worden sind. Darunter beispielsweise Badi und Bachmatten Muri, das Murimoos, die Altersheime St. Martin in Muri und Solino in Boswil sowie früher gar der Klostergarten.

Unter dem neuen Chef sind nun beispielsweise auch das Altersheim Aettenbühl in Sins sowie – darauf ist er besonders stolz – die EMS Dottikon dazu gekommen. «In Dottikon waren es aufgrund der hohen Sicherheitsvorschriften sehr schwierige Bedingungen. Aber ich wollte den Leuten und auch meinen Mitarbeitern beweisen, dass wir selbst an solchen Orten eine Top-Leistung zeigen und tolle Gärten anlegen können», erzählt Keusch sichtlich stolz.

Per Zufall zum Beruf gekommen

Als Beat Keusch vor zwanzig Jahren zur Firma kam, waren es 22 Angestellte, heute sind es 35, davon sechs Lernende. «Wir hätten gern drei pro Jahr, also insgesamt neun Lernende, denn wir wollen unser Wissen an die Jungen weitergeben», so Keusch.

Er selber ist per Zufall in die Branche gekommen. «Ich habe eine Lehre im Lebensmittelbereich gemacht, bin dann aber 1994 mit meiner Familie nach Australien ausgewandert», berichtet er. «Nach 2,5 Jahren kam ich zurück, das war nichts für mich.»

Daheim in der Schweiz arbeitete er in verschiedenen Branchen, bis er bei Ueli Berger einen Job als Gartenarbeiter annehmen wollte. «Er sagte, ich könne den Job haben, müsse aber eine Lehre machen. Als über 20-Jähriger fand ich das total unnötig, liess mich aber überreden. Doch dann hat mich der Beruf so begeistert», erinnert sich Keusch. «Ich finde es super, wie man Leute mit einfachen Tipps glücklich machen kann.» So hat er sich am Ende bis zum Gärtnermeister weitergebildet.

Doch dann erkrankte Firmengründer Ueli Berger an Krebs und musste seine Nachfolge regeln. «Ich hatte noch kaum Ahnung, was das bedeuten würde, aber ich fand, ich könne das», erinnert sich Keusch. Ueli Berger, dessen Foto noch an verschiedenen Orten in der Firma zu sehen ist, erlebte noch die Vertragsunterzeichnung. «Kurz vor seinem Tod rief er mich noch zu sich ins Spital und sagte mir mit Tränen in den Augen, er übergebe mir jetzt sein Baby. Und ich habe ihm geschworen, ich werde seine Firma mit demselben Elan und Geist weiterführen, wie er es immer getan hat.»

«Ein saumässiggutes Team»

Heute sind die Mitarbeiter der Berger Gartenbau AG in der ganzen Region für Privatgärten und solche in grösseren Überbauungen unterwegs. «Wir machen rund 40 % Neuanlagen, 40 % Umänderungen und 20 % Unterhalt.» Zum Thema naturnahe Gärten und einheimische Pflanzen sagt er: «Bei uns ist der Kunde König, wir beraten jeden so, dass es ihn glücklich macht.»

Dabei sind nicht alle Angestellten Landschaftsgärtner. «Es ist gut, dass wir auch Zimmermänner und Bauern im Team haben, von denen einige Teilzeit arbeiten. So kommt sehr viel Wissen zusammen – und die können auch anpacken.» Mit einem Lachen fügt er hinzu: «Generell habe ich wirklich ein saumässiggutes Team, darauf bin ich stolz.

Zwei davon sind seit 35 Jahren dabei.» Jetzt, im neuen Gebäude, können sich alle noch besser organisieren. Hier haben auch die 15 Autos und der Lastwagen sowie die 13 Baumaschinen und diversen Werkzeuganhänger Platz. «Ich glaube, Ueli Berger wäre stolz auf die Firma», schliesst Beat Keusch seine Erinnerungen ab.

Jubiläumsfest: Heute Samstag, 8. Juni, 10 bis 22 Uhr, Riedmattächer 8, Boswil. Führungen, Berufspräsentationen, zwei Konzerte, Bar-Betrieb, Karretten-Rennen und weitere Unterhaltung. Mehr Infos unter www.bergergartenbau.ch

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