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SBB baut Signalanlage aus und sorgt damit für dichteren Güterzugsverkehr

Mit dem Ausbau der Signalanlagen in Benzenschwil, Mühlau, Sins und Oberrüti können Güterzüge künftig dichter aufeinander durch das obere Freiamt fahren.

Mit dem Ausbau der Signalanlagen in Benzenschwil, Mühlau, Sins und Oberrüti können Güterzüge künftig dichter aufeinander durch das obere Freiamt fahren.

Zwischen Benzenschwil und Oberrüti passen die SBB die Strecke für kürzere Zugfolgezeiten an. Die Bauarbeiten werden rund zwei Monate dauern und von Juli bis August 2017 stattfinden. Mit der erwarteten Zunahme des Güterverkehrs wird auch die Menge der Gefahrengüter steigen.

Weil in Zukunft die Züge auf der Südbahnlinie dichter aufeinanderfolgen, müssen die SBB die Infrastruktur an der Strecke Merenschwand-Mühlau-Sins-Oberrüti anpassen. In erster Linie geht es darum, bestehende Signal- und Kabelanlagen zu verlegen und zu ergänzen. Die Kosten veranschlagen die SBB mit rund 7 Mio. Franken. Noch bis zum 13. April läuft das öffentliche Auflageverfahren in den Gemeindekanzleien von Merenschwand, Sins, Mühlau und Oberrüti.

Der Streckenabschnitt Benzenschwil-Oberrüti ist ein Teil der internationalen Güterverkehrstransitachse Basel-Chiasso/Luino. Gegenwärtig ist die Zugfolgezeit zwischen den Güterzügen auf der Nord-Süd-Achse am Gotthard auf vier Minuten ausgerichtet.

Das Konzept «Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur» (ZEB) verlangt zwischen Brugg und Rotkreuz eine Leistungsfähigkeit von stündlich sechs Güterzugstrassen pro Richtung. Um diese Leistung zusammen mit Personenverkehr zu erreichen, verlange das Betriebskonzept eine enge Bündelung der Güterzüge auf dem gesamten Nord-Süd-Korridor, auch auf dem Abschnitt Benzenschwil-Sins-Oberrüti, halten die SBB fest. Kurz: Die Zugfolgezeit zwischen den Güterzügen muss auf diesem letzten Abschnitt im oberen Freiamt auf drei Minuten ausgelegt werden.

Höchstgeschwindigkeit bleibt

Umgesetzt werden Massnahmen für die 3-Minuten-Zugfolgezeit, nicht aber Optionen wie die Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit von bestehenden oder der Bau von neuen Streckenspurwechseln. Allerdings soll bei der Positionierung der neuen Signale eine spätere Erhöhung der Maximalgeschwindigkeit auf 90 Stundenkilometer der Spurwechselweichen in Mühlau, Sins und Oberrüti planerisch so weit wie möglich berücksichtigt werden, heisst es in der Planvorlage der SBB.

Im Stellwerksbereich Benzenschwil und Sins werden vier bestehende Blocksignale um 200 bis 300 Meter, beziehungsweise bis 500 Meter verschoben und zusätzlich ein neuer zentraler Streckenblock je Fahrrichtung mit vier neuen Kombisignalen aufgebaut. Zudem entfallen in Sins bestehende Vorsignale; im Bahnhof werden die Ausfahrsignale mit einem Vorsignal erweitert. Die neuen Signalisationsstandorte wurden so gewählt, dass ein Spurwechsel in Mühlau später gebaut werden kann. Im Stellwerk Oberrüti sind gegenwärtig keine Anpassungen notwendig. Das Zugsicherungssystem ist bei sämtlichen Signalstandorten auf dem neusten Stand.

Ausführung im 2017

Die baulichen Anpassungen auf der gut 10 Kilometer langen Strecke werden rund zwei Monate, vom Juli bis August 2017, dauern, wobei sich die eigentlichen Bauaktivitäten für Fundamente, Masten und Signale auf wenige Wochen beschränken werden. Die für die Bauphase benötigten Installationsflächen und Materialdeponien können alle auf SBB-eigenem Land platziert werden. «Mit der Realisierung des Projektes entsteht kein erhöhtes Risiko. Das geplante Projekt stellt weder für den Bahnbetrieb noch für die Umgebung, beziehungsweise Personen eine erhöhte Gefährdung dar», halten die SBB fest. Die Bauausführung erfolgt, wo der Gleisbereich nicht tangiert ist, während des regulären Zugsverkehrs. Im Gleisbereich wird es zu Nachtarbeit kommen, wenn die Betriebs- und Personensicherheit das notwendig machen.

Keine UVP nötig

Das Projekt muss nicht einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen werden. Die Strecke verläuft mehrheitlich ausserhalb des Gewässerschutzbereichs und es wird auch keine Grundwasserschutzzone tangiert. Mit der erwarteten Zunahme des Güterverkehrs wird allerdings die Menge der Gefahrengüter steigen. Die SBB rechnen mit einer Zunahme von heute 3,194 Mio. Tonnen jährlich auf gut 4,9 Mio. Tonnen.

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