Rudolfstetten

Satellitenwohnungen sind nicht nur ein Trend, sondern Zukunft

Beatrice Koller, Leiterin der IG, führte am Mittwochabend souverän durch die Infoveranstaltung.

Beatrice Koller, Leiterin der IG, führte am Mittwochabend souverän durch die Infoveranstaltung.

Informationsabend zur zukünftigen Wohnsituation im Alter.

Angeregte Gespräche erfüllten am Mittwochabend die Mehrzweckhalle in Rudolfstetten. 130 Personen hatten sich zusammengefunden, um am Infoabend der IG ÄlterWerdenInRudolfstetten-Friedlisberg dabei zu sein. Ziel und Zweck des Abends: Informationen für die Bevölkerung rund um das Thema Wohnen im Alter. Die sechs Referentinnen und Referenten setzten sich zu Beginn des Abends mit der Frage auseinander: «Wo möchte ich leben, wenn ich 85 bin?» Viele von ihnen wünschen sich, möglichst lange zu Hause zu bleiben, andere könnten es sich vorstellen, einmal in einer Satellitenwohnung, also einer Art Senioren-WG zu leben. Anschliessend stellte Eva Specht, Vertreterin der Arbeitsgruppe Altersfragen Mutschellen, die neue Homepage der Gruppe vor. Dort können Betroffene, aber auch Angehörige wichtige Informationen und Adressen für verschiedene Dienstleistungen finden.

Leere Zimmer im Altersheim

Der Präsident der Stiftung Alterssiedlung Rudolfstetten-Friedlisberg, Gemeindeammann Josef Brem, kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als die Leute im Dorf Geld für ein Altersheim gesammelt haben: «Meine Mutter hat an diesen Basaren Socken für uns gekauft.» Die Stiftung vermietet nach wie vor sechs Wohnungen im Dorfzentrum, die auch nach vielen Jahren immer noch in einem guten Zustand sind, weil die Eigentümerin viel investiert und nach dem Rechten geschaut hat.

Solche altersgerechten Wohnungen, die es Menschen ermöglichen, immer länger zu Hause zu bleiben, ist nicht für alle ein Vorteil. «Meine Grossmutter hatte noch Angst, dass sie keinen Platz im Altersheim erhalten wird. Heute müssen sich die Alterszentren in Konkurrenz um die Bewohner buhlen», erklärt Gemeinderat Reto Bissig die momentane Lage der Heime. Er versteht allerdings auch die Angst der Leute, dass das Altersheim in Bremgarten abgerissen wird. Er bestätigt aber, dass im Falle eines Abrisses ein Neubau mit Alterswohnungen geplant sei.

Grossprojekte in Planung

Dass Alters- und Satellitenwohnungen nicht nur ein vorübergehender Trend sind, zeigt ein Blick in die Zukunft. Es sind bereits Projekte in Planung. So zum Beispiel das auf dem Areal Isleren. Auf dem letzten zu verkaufenden Grundstück der Gemeinde ist ein Wohnquartier beabsichtigt. «Wir können zwar niemanden dazu zwingen, dort altersgerechte Wohnungen zu bauen, wir denken aber, dass das die Zukunft sein wird», erklärt Gemeinderat Sascha Käppeli. Vor 2020 werde die Überbauung jedoch nicht starten. Überbauungen mit Alterswohnungen plant auch das Architekturbüro Monn und Pfander AG. Die Architekten sehen beim Bahnhof ein achtgeschossiges Haus vor, das sich jedoch wegen der Sondernutzungsplanungspflicht noch etwas verzögert. Die Wunschvorstellung der Architekten sind alternative Wohnformen wie eine Senioren-WG. Ob sich das verwirklichen lasse, sei eine Frage des Bedürfnisses. Die reformierte Kirchgemeinde Bremgarten-Mutschellen geht bei der Planung von Alterswohnungen sogar noch einen Schritt weiter: «Wir überlegen, einen 24-Stunden-Spitexbetrieb und ein Besucherzimmer einzuplanen», erläutert Urs Dellsperger von der Kirchenpflege.

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