Frisch zugezogen

Sarmenstorfer über den Sozialhilfe-Bezüger: «Das ist eine Sauerei»

Der «frechste Sozialhilfebezüger der Schweiz» wohnt nun in Sarmenstorf.

Der «frechste Sozialhilfebezüger der Schweiz» wohnt nun in Sarmenstorf.

Nach Berikon und Niederwil nun Sarmenstorf: Der «frechste Sozialhilfebezüger der Schweiz» soll offenbar umgezogen sein. Die Sarmenstorfer sind über ihren neuen Einwohner gar nicht glücklich, wie eine Umfrage zeigt.

Der «frechste Sozialhilfbezüger der Schweiz» liegt jetzt der Gemeinde Sarmenstorf auf der Tasche, wie der «Blick» am Donnerstag berichtete. Die Sarmenstorfer sind darüber alles andere als glücklich.

«Das ist eine Sauerei», sagt ein Passant gegenüber dem Regionalsender «TeleM1».  Man solle ihn rauswerfen, doppelt er nach. Eine Fussgängerin findet, man hätte auf der Gemeinde besser kontrollieren und dem Mann sagen sollen, dass sein Umzug in die Gemeinde nicht in Frage komme. «Es ist eigentlich eine Schande», sagt ein älterer Herr. 

Nachdem Berikon und Niederwil dem Arbeitsverweigerer die Sozialhilfe strichen, soll der freche Sozialhilfe-Bezüger nach Sarmenstorf gezogen sein – die Bevölkerung ist alles andere als erfreut.

"Frechster Sozialhilfe-Bezüger der Schweiz": Neues Heim, neues Glück?

Auf der Gemeindeverwaltung ist man vorbereit. Falls er sich auch hier unkooperativ zeige, wolle man rigoros durchgreifen, sagt der Sarmenstorfer Josef Kuratle: «Man kann ihm grundsätzlich die materielle Hilfe kürzen zu gewissen Anteilen. Im Extremfall kann man sie sogar gänzlich einstellen, wenn er sich an gar nichts hält.» Man gebe dem Mann aber eine Chance – bis jetzt hätte er noch keine Sozialhilfe bezogen.

Gegen arbeitsscheue Sozialschmarotzer sollten Gemeinden härter vorgehen, sind sich verschiedene Politiker einig. «Die Gemeinden könnten ihnen beispielsweise Gutscheine abgeben für Essen in Pflegeheimen oder um Waren zu beziehen», sagt CVP-Nationalrätin Ruth Humbel. Für die SP-Nationalrätin Yvonne Feri ist es wichtig, dass er eine Ausbildung macht und eine Tagesstruktur hat: «Oder ihn zwingt, ein Integrationsprogramm zu besuchen.»  

Seit acht Jahren liegt der junge Mann Aargauer Gemeinden auf der Tasche. Das Job-Angebot des Aargauer SVP-Fraktionspräsidenten Andreas Glarner lehnte er vor zwei Jahre ab. 

Juli 2015: Sozialschmarotzer verlässt Berikon

Der «frechste Sozialhilfe-Empfänger» verlässt Berikon (Juli 2013)

Der Streit eskalierte im November 2011: Die Gemeinde strich ihm die Sozialhilfe, weil er weder Termine beim Sozialamt wahrnahm, noch einer gemeinnützigen Arbeit nachging und aus Sicht der Gemeinde auch keinerlei Anstalten machte, sich um einen Job zu kümmern. 

Anschliessend zog er nach Niederwil, wo ihm die Gemeinde die Sozialhilfe erst einschränkte und sie im Dezember letzten Jahres schliesslich komplett einstellte.

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