«Grabologie»

Sarmenstorfer Projekt «Grabenstorf» wird eingegraben – aber nicht beerdigt

Stefan Hegi (links) und Hans Melliger vor ihrer Baustellentafel. Unter anderem war ein Theater in einer Baugrube geplant.

Stefan Hegi (links) und Hans Melliger vor ihrer Baustellentafel. Unter anderem war ein Theater in einer Baugrube geplant.

Dieses Jahr hätten verschiedenen Projekte samt Theater in Sarmenstorf stattfinden sollen. Dann kam die Coronapandemie. Nun wird alles auf 2021 verschoben.

«Das Coronavirus hat auch die Grabologie zum Stillstand gebracht», schreiben Edith von Arx, Stefan Hegi und Hans Melliger traurig. Mit Dutzenden Freiwilligen hat das Leitungsteam übers ganze Jahr verschiedene Projekte rund ums Thema Grabenstorf geplant. Dabei hätten nicht nur die 30 archäologischen Fundstellen im Sarmenstorfer Dorfgebiet beleuchtet werden sollen. Auch spannende Geschichten über historische Figuren hätten durch den AZ-Kolumnisten Jörg Meier ans Licht gebracht werden sollen. Ausserdem hätten Baumwollunterhosen verbuddelt und Geschichten über verstorbene Lieblingstanten ausgebuddelt werden sollen, um nur einige Beispiele zu nennen. Doch daraus wird nun nichts.

Projekte gehen in kulturelle Quarantäne

«Die geplanten grabologischen Aktionen mussten abgesagt, die Theaterproben eingestellt werden. Dieser Stillstand dauert bereits einen Monat – und noch ist nicht im Geringsten abzusehen, wann wir die viel zitierte Herdenimmunität erreichen werden», heisst es weiter. «An ein eigentliches Aktionenabhalten, Proben und Bauen ist in den nächsten Wochen und – ja, es soll hier ehrlicherweise auch erwähnt werden – wahrscheinlich auch in den nächsten Monaten nicht zu denken.» So kommt es, wie es kommen muss: «Wir ziehen die Reissleine, brechen für dieses Jahr definitiv alles ab und graben Grabenstorf 2020 ein.»

Doch: «Wir als Grabologen wissen nur zu gut: Alles, was einmal eingegraben wird, wird irgendeinmal wieder ausgegraben», schreiben die drei Grabo­logen, ein für Grabenstorf erfundener Begriff. Darum werden alle Daten von 2020 ganz einfach ins 2021 verschoben: grabologische Aktionen ab März 2021, Aufnahme Probebetrieb im März/April 2021 und Premiere Grabenstorf am 13. August 2021. «Also, Grabenstorf ist nicht zu Grabe getragen, sondern geht einfach – wie wir alle – in kulturelle Quarantäne.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1