«Wotsch e Kafi?» – Hunderte hat er zusammen mit seiner Frau Ottilie bewirtet, in der Küche und/oder der guten Stube im alten Bauernhaus an der Markstrasse in Sarmenstorf. An der Fasnacht gab es dort jahrzehntelang nahezu einen 24-Stunden-Betrieb.

Kaum ein Maschgrad, der nicht noch schnell beim Schnyderli-Toni vorbei gegangen wäre, um sich vor ihm zu präsentieren, bevor er sich im Dorf ins Fasnachtsgetümmel stürzte. Keine Mehlsuppe, vor der sich die Mitglieder der Fasnachtsgesellschaft Variété nicht noch in seiner Küche mit einem Kafi, meistens mit, gestärkt haben.

Und in den Fasnachtswagen, welche diese Clique in den letzten Jahrzehnten gebaut hat, waren stets ein paar Liter Schnyderli-Toni-Kafi drin. Denn die Pausen beim samstäglichen Wagenbau, die wurden ausnahmslos bei ihm und Ottilie verbracht.

Nicht nur Fasnächtler haben Anton Köchlis sprichwörtliche Gastfreundschaft genossen. Sein offenes Haus war Treffpunkt für viele, die Wände kennen Geschichten aus aller Welt, die dort von Leuten aus allen Schichten erzählt worden sind. Sie alle werden sein fröhliches Lachen vermissen, ein spezielles Lachen, das es in dieser Art auf der ganzen Welt kein zweites Mal gibt.

Anton Köchli, oder eben der Schnyderli-Toni, ist vergangene Woche verstorben. Wenige Tage vor seinem 82. Geburtstag, den er am 30. April hätte feiern können. Mit ihm verliert das Dorf ein Original, einen fröhlichen und lebensbejahenden Menschen, den alle kannten. Vom Ortsbürger bis zum Neuzuzüger, vom Kind bis zum Rentner.

Man kannte ihn nicht nur als Fasnächtler, als den Narren, der meist mit so viel Gepäck und Glump durchs Dorf zog, wie andere kaum in ihrem Estrich hätten finden können, geschweige denn tragen oder ziehen.

Man kannte ihn auch als Werkführer. Diesen Beruf hat der ehemalige Landwirt bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2001 mit Begeisterung und grosser Umsicht ausgeübt. Und man kannte Schnyderli-Toni auch als Gemeinderat und Vizeammann. Er hat viel, sehr viel, für die Gemeinde getan und für die Menschen im Dorf. Wo eine helfende Hand gebraucht wurde, war er zur Stelle. Wo jemand einen Rat brauchte oder aufmunternde Worte, konnte er sich an ihn wenden.

Man wird ihn vermissen im Dorf. Und man wird noch Jahrzehnte gut von ihm reden. Vom Schnyderli-Toni. Gott hab ihn selig. Den Angehörigen entbieten wir unser herzliches Beileid.

Der Abschiedsgottesdienst für Anton Köchli findet statt am Montag, 30. April, 14 Uhr in der Pfarrkirche Sarmenstorf, anschliessend Urnenbeisetzung.