Sarmenstorf
Sarmenstorf sucht bei Privaten Nachtquartier für Armee-Offiziere

Den Engpässen in den Armeeunterkünften begegnet Sarmenstorf mit Ideenreichtum: Kurzerhand startete die Gemeinde einen Aufruf an die Ortsbürger und bittet darin Haushalte mit freien Schlafzimmern um Unterstützung - für ein ansprechendes Entgelt.

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Armeeunterkunft: Offiziere müssen nicht im Massenschlag übernachten und haben Anspruch auf eine externe Unterkunft in einem Hotelzimmer.

Armeeunterkunft: Offiziere müssen nicht im Massenschlag übernachten und haben Anspruch auf eine externe Unterkunft in einem Hotelzimmer.

Keystone

In den Räumlichkeiten des Sarmenstorfer Mehrzweckgebäudes werden seit Jahren Soldaten der Schweizer Armee untergebracht. Mehrmals jährlich übernachten dort die verschiedenen Militäreinheiten, die ihren WK absolvieren.

Die höheren Dienstgrade der Armee schlafen jedoch nicht im Nachtquartier der Soldaten, sie haben Anspruch auf eine externe Unterkunft in einem Hotelzimmer. Doch das ist in Sarmenstorf ein Problem: Denn in der kleinen Freiämter Gemeinde gibt es lediglich ein Restaurant, das nur drei Zimmer anbietet.

Weil viele Offiziere und andere Kaderleute eine Unterkunft bei Privatpersonen dem Hotelzimmer vorziehen, hat die Gemeinde nun einen offiziellen Aufruf gestartet. In einer Mitteilung bittet sie diejenigen Bürger, die ein freies Zimmer zur Verfügung haben, um ihre Mithilfe.

Die Idee zum Aufruf ist originell und stammt vom Ortsquartiermeister Harold Baur, weiss Gemeindeschreiber Josef Kuratle. «Weil es immer Engpässe bei den Kaderunterkünften gibt, startete er den Aufruf in der Gemeinde. Auch mit der Absicht, die Medien auf unser Anliegen aufmerksam zu machen», sagte er auf Anfrage der Aargauer Zeitung.

Und die Bemühungen des Ortsquartiermeisters zahlen sich aus: Bereits haben sich erste Personen mit freien Zimmern bei ihm gemeldet.

Bis 1200 Franken in vier Wochen

«Ich habe bereits E-Mails und Anrufe von fünf oder sechs Personen bekommen. Meist handelt es sich um Haushalte, bei denen die Kinder ausgezogen sind und damit ein freies Schlafzimmer zur Verfügung steht», sagte Harold Baur gegenüber dem Regionaljournal SRF.

Auch bei der Schweizer Armee wird die Aktion der Gemeinde Sarmenstorf gelobt. «Es ist zwar nur ein kleiner Teil der Armeeangehörigen, der bei Privatpersonen übernachtet. Trotzdem ist es schwierig, diese Personen in den Gemeinden unterzubringen», sagte Gaby Keller, Verantwortliche Kommunikation der Logistikbasis bei der Armee, auf Anfrage. Laut einer Statistik zahlte die Schweizer Armee letztes Jahr 24,6 Millionen Franken für externe Unterkünfte in nicht bundeseigenen Infrastrukturen.

Für das Bereitstellen eines Zimmers erhalten die Gastgeber eine Vergütung von 35 bis 40 Franken pro Tag und Person von der Armee. Bei einer Unterbringung von maximal vier Wochen können sich freiwillige Gastgeber also zwischen 1050 und 1200 Franken mit dem Service dazuverdienen. (luk)