Sarmenstorf
Hier geht jetzt wieder die Post ab: Das «Pöstli» feierte Antrinkete

Das Sarmenstorfer Traditionslokal Post ist wieder offen. Coronabedingt mussten Wirtepaar und Gäste ein halbes Jahr auf diesen Tag warten. Am Wochenende wurde das «Pöstli» nun aber offiziell wiedereröffnet.

Toni Widmer
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Zur offiziellen Antrinkete im «Pöstli» gab es auch ein Tänzchen für das neue Wirtepaar Hanny und Leo Villiger.

Zur offiziellen Antrinkete im «Pöstli» gab es auch ein Tänzchen für das neue Wirtepaar Hanny und Leo Villiger.

Toni Widmer

«Rote Lippen soll man küssen», «Let the midnight special», «Blue suede shoes», «Hüttengaudi» – die Musiker Müko-Toni und Win Stöckli geben Vollgas. Das Publikum klatscht, tanzt und schunkelt, die Stimmung ist toll. Endlich mal wieder Livemusik, endlich mal wieder zünftig feiern. Es ist Antrinkete im «Pöstli» in Sarmenstorf. Anfang Jahr haben Hanny und Leo Villiger dort das Zepter übernommen, jetzt dürfen sie richtig loslegen.

«Geplant war die Eröffnung für den 24. Januar, doch coronabedingt ist daraus nichts geworden. Ab dem 1. März haben wir dann Take-away angeboten und damit überraschend guten Erfolg gehabt. Schliesslich konnten wir auch den Garten öffnen, und die Gäste sind trotz zeitweise garstigem Wetter gekommen. Meine Frau hat im vorschriftsgemäss auf zwei Seiten offenen Zelt gelegentlich dick vermummt serviert», lacht Leo Villiger.

Zehn Jahre führten sie den «Schlossweiher» in Hilfikon

Das Wirtepaar darf im «Pöstli» auch auf Stammgäste zählen, die es schon an ihrer früheren Wirkungsstätte am Hilfiker «Schlossweiher» betreut hat. Diese gemütliche «Besenbeiz» haben sie einst aufgebaut und zehn Jahre lang als Nebenerwerb betrieben. Als der Pachtvertrag ausgelaufen ist, hat Hanny Villiger beschlossen, ganz in die Gastronomie einzusteigen und 2020 die Wirteprüfung absolviert.

«Wir haben verschiedene Lokale in der Region angeschaut und schliesslich davon gehört, dass im Restaurant Post in Sarmenstorf neue Pächter gesucht werden. Der Entscheid, dieses zu übernehmen, war rasch gefällt. Zumal wir mit dem Verpächter Stephan Müller sofort eine gute gemeinsame Basis gefunden haben», erzählen Villigers.

Nach einer kurzen Umbauphase – es gab ein neues Buffet, das Säli wurde aufgefrischt und vor allem deutlich aufgehellt, weiter gab es zusätzliche Lagermöglichkeiten – war man eigentlich bereit, loszulegen. Darüber, dass es damit im Januar noch nicht geklappt hat, ist die neue Wirtin im Rückblick nicht nur unglücklich. «Die Situation hat es uns und unserem Team erlaubt, schrittweise hochzufahren. So haben wir die Abläufe immer wieder testen und wo nötig anpassen können.»

Gemütliche Dorfbeiz mit vielseitiger gutbürgerlicher Küche

Das «Pöstli» soll bleiben, was es schon unter den Vorgängern Charlotte und Walter Köchli gewesen ist: eine gemütliche Landbeiz mit gehobener, gutbürgerlicher Küche zu moderaten Preisen. Gekocht wird frisch und saisonal, die Zutaten werden, so weit wie möglich, in der Region eingekauft. Neben den üblichen Klassikern stechen etwa das Metzger-Kotelett (mindestens 300 Gramm), die Riesencrevetten, die gebratene Forelle, das Rindstatar und das Chateaubriand für 54 Franken pro Person besonders hervor.

Ab sofort wird es im «Pöstli» am Montag und Dienstag auch Kalbsleberli geben. Geöffnet ist das Lokal täglich von 9 bis 24 Uhr, am Sonntag von 10 bis 22 Uhr. Am Mittwoch ist Ruhetag, warme Küche gibt es von 11.30 bis 13.30 und von 18 bis 21.30 Uhr. Zum neuen Team gehören neben Hanny und Leo Villiger die Service-Angestellte Regula Römer und der Koch Martin Haldemann.