Wohlen

Sanierungs-Vorschlag: Für 1000 Franken Schlossherr werden

Das sanierungsfällige Schlössli heute (links) und nach der geplanten, umfassenden Erneuerung (rechts). . VISUALISIERUNG JOE ROHRER, LUZERN

Das sanierungsfällige Schlössli heute (links) und nach der geplanten, umfassenden Erneuerung (rechts). . VISUALISIERUNG JOE ROHRER, LUZERN

Jeder kann im ältesten Steinhaus der Gemeinde Wohlen Schlossherr werden, wenn er 1000 Franken einzahlt. Das sieht ein Vorschlag für die Finanzierung der Sanierung vor, die 790'000 Franken kosten soll.

Der Verein Schlössli engagiert sich seit Jahren für das Wohler Schlössli. Ein Sanierungsvorschlag liegt jetzt vor. Jeder kann mit einer einmaligen Spende von 1000 Franken «Schlossherr» werden und so die Finanzierung des geplanten Umbaus unterstützen. Die Namen aller Schlossherrinnen und Schlossherren würden im neuen Fussboden des sanierten Schlössli verewigt. Der Wohler Architekt Hans Furter skizziert, wie das Gebäude zu einem öffentlichen Versammlungsraum und Treffpunkt umgebaut werden kann.

Zeitgenössische Architektur

Einzig die dicken Bruchsteinaussenmauern sollen erhalten bleiben. Das Gebäude würde ausgekernt. Ein betonierter Dachrand und ein innen sichtbares Joch sollen dem Gebäude und der Giebelwand die notwendige Stabilität geben. Auf eine Wärmedämmung würde verzichtet. Denn das Haus soll nur bei Bedarf geheizt werden. Dem Gebäude soll ein neues vorfabriziertes Tafelbaudach aufgesetzt werden – Ausdruck einer zeitgenössischen Architektursprache. Die Fensteranordnung soll diesen Eindruck unterstreichen. Der Innenausbau beschränkt sich auf einen möbelartigen Einbau, in dem die Elektro- und Sanitärinstallationen, die Heizung und Küche untergebracht sind.

Die Sanierung des Schlössli soll 790 000 Franken kosten. Für die Realisierung braucht der Verein die Unterstützung von Stiftungen, der öffentlichen Hand und der Schlossherren, die ihren Beitrag erst dann einzahlen sollen, wenn die Finanzierung gesichert ist. Das teilt der Verein vor der Generalversammlung vom 24. Juni mit. Der Verein würde sein kleines Vermögen von 30 000 Franken in das Vorhaben investieren. Furter schwebt vor, die Umsetzung mit einem Architektenwettbewerb anzuschieben.

Rückhalt auch im Gemeinderat

Das Sanierungsprojekt unterstützen viele bekannte Persönlichkeiten, so auch Adrian Schmid, Geschäftsführer des Schweizer Heimatschutzes, Philip Ursprung, ETH-Professor für Kunst- und Architekturgeschichte, und der Lokalhistoriker Daniel Güntert.

Auch der Wohler Gemeinderat, Ortsbürgervorsteher und Kulturminister Ruedi Donat begrüsst das Renovationsvorhaben. Zu einem lebendigen kulturellen Leben und einem schöneren Dorfbild gehöre eben auch das Schlössli. Wohlens Gemeindeammann Walter Dubler findet die Idee gut, aus dem Schlössli kein Museum, sondern einen Ort der Begegnung zu machen. «Aus einer Ruine würde ein Schmuckstück, auf das Wohlen stolz sein könnte», findet Gemeindeammann Dubler. Vorfreude hegt auch der Architekturpublizist Benedikt Loderer. Die «Armeleutehütte» entwickle sich offensichtlich zu einem «Dorfschmucktruckli».

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