Eggenwil

Sanierung zu teuer: Das Pumpwerk soll 2021 aufgehoben werden

Per Ende 2021 soll das Quellwasserpumpwerk Erlismatt in Eggenwil aufgehoben werden.

Per Ende 2021 soll das Quellwasserpumpwerk Erlismatt in Eggenwil aufgehoben werden.

Die notwendige Sanierung des Eggenwiler Quellwasserpumpwerks Erlismatt wäre zu teuer.

Das Wasserversorgungsnetz Eggenwil wurde vor über 100 Jahren erstellt und seither kontinuierlich ausgebaut. Heute besteht die Wasserversorgung aus einer zweizonigen Anlage. Die Hochzone wird durch das Reservoir Hohfoor versorgt, welches nur durch das Quellwasserpumpwerk Bürgisserberg eingespeist wird. Das überschüssige Quellwasser kann in die Niederzone in das Reservoir Bürgisserberg abgegeben werden.

Die dortige Versorgung erfolgt durch das erwähnte Reservoir sowie gepumptem Wasser aus dem Quellwasserpumpwerk Erlismatt. Zusätzlich besteht seit 1984 die Möglichkeit, von der benachbarten Wasserversorgung Bremgarten direkt über einen Klappschacht in die Niederzone Eggenwil einzuspeisen.

Pumpwerk-Anlage in einem eher schlechten Zustand

Das Pumpwerk Erlismatt wurde 1972 in Betrieb genommen. Inzwischen befinden sich das Gebäude und Anlagen in einem eher schlechten, bezüglich der Lebensmittelsicherheit noch akzeptablen Zustand. Baldige, grundlegende Erneuerungsmassnahmen wären unumgänglich.

Hinzu kommt, dass sowohl die Ergiebigkeit der Fassung als auch die Trinkwasserqualität nicht optimal sind. Im Weiteren erfordern die geltenden Gewässerschutzvorschriften die Anpassung des aus dem Jahre 1991 stammenden Schutzzonenplans und -reglements. Das Gewässerschutzgesetz schreibt vor, dass zum Schutz aller im öffentlichen Interesse stehenden Quell- und Grundwasserfassungen Grundwasserschutzzonen ausgeschieden werden müssen.

Zur Abklärung liess der Gemeinderat Eggenwil einen Konfliktplan erarbeiten, welcher die Abschätzung des Gefahrenpotenzials erleichterte. Wie dieser aufzeigt, ist für die Umsetzung aller Massnahmen mit unverhältnismässig hohen Kosten zu rechnen.

30'000 Kubikmeter Wasser müssen ersetzt werden

Aus den genannten Gründen hat sich der Gemeinderat im Einvernehmen mit dem Kanton deshalb für die Schliessung der Fassung Erlismatt ausgesprochen. Diese Stilllegung setzt aber den Ersatz von jährlich rund 30'000 Kubikmeter Wasser voraus, was etwa einem Drittel der gesamten Förder- und Bezugsmenge der Wasserversorgung entspricht. Darum hat die Gemeinde das Ingenieurbüro Porta AG, in Brugg mit der Überarbeitung der Generellen Wasserplanung (GWP) beauftragt.

Nach den bisherigen Planungsergebnissen und Überschlagsrechnungen kann das Pumpwerk Erlismatt erst nach dem vorgesehenen Anschluss an den Regionalen Wasserverband Mutschellen (RWVM) ausser Betrieb genommen werden. Der gegenwärtige Zeitplan sieht vor, der diesjährigen Winter-Gemeindeversammlung den entsprechenden Verpflichtungskredit zur Beschlussfassung zu unterbreiten.

Nach der Projektauflage soll die Bauausführung, wenn alles normal läuft, im kommenden Jahr erfolgen, sodass das Pumpwerk Erlismatt Ende 2021 ausser Betrieb genommen und die Schutzzone damit aufgehoben werden kann. (az)

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