Mutschellen
Sanierung Kreisschule: Verzögerung beim 17-Millionen-Werk

Die Sanierung und Modernisierung der Kreisschule wird erst im Frühling 2016 abgeschlossen. Was die Ursache für die rund viermonatige Verspätung ist, erklärt Architekt Martin Betschart.

Lukas Schumacher
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Baukommissionspräsident Hans Gysel zeigt auf die alte Kreisschulhaus-Fassade, deren Neugestaltung mehr Zeit benötigt, als man eingeplant hatte.

Baukommissionspräsident Hans Gysel zeigt auf die alte Kreisschulhaus-Fassade, deren Neugestaltung mehr Zeit benötigt, als man eingeplant hatte.

Lukas Schumacher

Die Gross-Sanierung der Kreisschule verzögert sich. Den ehrgeizigen Endtermin «Dezember 2015» mussten die Bauverantwortlichen sausen lassen. Stand heute, wird es bis zur Fertigstellung April oder Mai 2016. Klassenweise sollen die Schüler dann die neuen Räume beziehen, nach einer vorgängigen Grosszüglete von Einrichtungsgegenständen und Schulmaterial in den Frühlingsferien 2016.

«Der Verzug lohnt sich»

Ursache und Knackpunkt der rund viermonatigen Verspätung ist die aufwendige Erneuerung der Hauptfassade aus Metall. Laut Architekt Martin Betschart, dem Bauherrenberater des Kreisschulverbandes Mutschellen, steht die zeitliche Verzögerung im Zusammenhang mit dem Leistungsbeschrieb für diese komplexe Arbeitsgattung sowie den Terminen, die von Zulieferfirmen vorgegeben wurden.

«Wir nehmen diesen Verzug bewusst in Kauf», sagte Betschart, «da wir im Gegenzug ein sehr gutes, dauerhaftes Produkt erhalten.» Die vorfabrizierten Elemente würden im Werk bis zur Verglasung zusammengebaut, danach auf den Mutschellen transportiert und per Pneukran eingesetzt. Das Zusammenbauen im Werk sei die qualitativ vorteilhafteste Lösung. Offen sei, ob Mehrkosten entstehen, und, falls ja, wie diese wieder eingespart würden.

«Am Kostendach ändert sich nichts», betonte Betschart. Generalunternehmer Steiner müsse mit 14,9 Mio. Franken haushalten. Die übrigen 2,3 Mio. Franken des Sanierungskredits werden anderweitig benötigt, für den Generalplaner, den Bauherrenberater, die Kostenreserve und anderes mehr.

5,2 Millionen und Sondermüll

Wo steht die Sanierung, wie ist der aktuelle Stand? «Die umfangreichen Abbrucharbeiten sind demnächst beendet», teilte Baukommissionspräsident Hans Gysel mit, «die Arbeit des Baumeisters läuft jetzt an, genauso die Erneuerung von Heizung, Klima und Lüftung.» 5,2 Millionen Franken und somit rund ein Drittel der gesamten Sanierungskosten sind mittlerweile für Leistungen der Unternehmen und Firmen bezahlt worden.

Geschrumpft ist die mit 700 000 Franken ohnehin knapp bemessene Reserve des Sanierungskredits. 285 000 Franken dieses kleinen Polsters sind ausgegeben, davon unerwarteterweise 126 000 Franken für die Entsorgung von Sondermüll. Bei der Erstellung des Kreisschulgebäudes vor 40 Jahren war es offenbar Brauch, allerlei Bauschutt wie Ziegelsteine etc. an Ort und Stelle einzubuddeln. Den Schutt musste man nun als Sondermüll entsorgen.

Recht gut funktioniert laut Gysel der Schulbetrieb in den diversen Provisorien, die die Schüler bis zum Ende der Renovation benützen müssen. So der Mittagstisch in der Zivilschutzanlage, das Werken in der Nachbargemeinde Widen oder Hauswirtschaft und Informatik im Kellergeschoss der Kreisschulanlage.

Werterhaltungsplan geschaffen

Die kostspielige Sanierung und Modernisierung des Kreisschulhauses KSM 1 und der Turnhalle gibt den Schulverantwortlichen zu denken, zumal längerfristig auch das inzwischen 31-jährige Schulhaus KSM 2 und das 21-jährige Schulgebäude KSM 3 einer Renovation bedürfen. Gesamtschulleiter Louis Isenmann warf an der Kreisschul-Abgeordnetenversammlung die Frage auf: «Muss in neun Jahren das KSM 2 für neun Millionen instand gestellt werden oder vorgängig gar das billig gebaute KSM 3 teuer saniert werden?». Schul- und Schulverbandsverantwortliche haben reagiert.

Sie wollen die Infrastruktur der Kreisschule fortan bewusster pflegen als in der Vergangenheit. Resultat der Bemühungen ist ein Werterhaltungsplan. Von 2015 bis 2020 werden jetzt jährlich im Schnitt rund 270 000 Franken in diesem Plan für Massnahmen eingesetzt, wie Wände neu streichen, Beamer ersetzen oder Parkplatzbelag erneuern. Der Werterhaltungsplan soll sich kostendämpfend auf spätere Renovationen auswirken.

Finanziell günstiger fahren die Mutschellengemeinden bei der Feinplanung der Gross-Sanierung und Modernisierung. So kostete die Projektierung 565 000 Franken anstelle der erwarteten 660 000 Franken. Macht eine Kosteneinsparung von immerhin 95 000 Franken aus.

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