Bremgarten
Sanierung: Am Bahnhofplatz rücken die Baukräne an

Das BDWM-Dienstgebäude wird für 4,5 Millionen Franken modernisiert und erweitert. Im Gebäude sollen Direktion, Dienste und Leitstelle der Bahn konzentriert werden.

JÖRG BAUMANN
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Das Backsteingebäude beim Bahnhof Bremgarten wird zur Dienstdrehscheibe der Bahn.

Das Backsteingebäude beim Bahnhof Bremgarten wird zur Dienstdrehscheibe der Bahn.

Jörg Baumann

Das Jahr 2016 steht für das Bahn- und Busunternehmen BDWM Transport ganz im Zeichen grosser Infrastrukturausbauten. Ende März haben die Arbeiten an den neuen Bahngeleisen der Bremgarten-Dietikon-Bahn zwischen Bremgarten-West und Wohlen begonnen. Und auch das Backsteingebäude gegenüber dem Bahnhof Bremgarten soll für 4,5 Millionen Franken umgebaut und aufgestockt werden.

Teil des Personals zügelt

Im Gebäude sollen Direktion, Dienste und Leitstelle der Bahn konzentriert werden, teilt Walter Oettli, Leiter Infrastruktur der BDWM Transport AG, mit. Diese Abteilungen befinden sich heute im Bahnhof und sollen ins Dienstgebäude südlich des Bahnhofs zügeln. Im Untergeschoss werden der Gleichstromrichter, die AEW-Trafostation und der Computer-Server untergebracht werden. Auch die Lokführer erhalten im Backsteingebäude ihre Räume.

Gemäss Vorgaben des Rahmenplanes Zürcherstrasse soll an der Hauptstrasse ein attraktiver, verdichteter Stadtraum entstehen. «Wir setzen dieses Ziel mit der Aufstockung unseres Dienstgebäudes bereits um. Wir bauen verdichtet», sagt Oettli. «Eigentlich müsste die Zürcherstrasse richtigerweise Bahnhofstrasse heissen. Denn an dieser Strasse liegt ja der Bahnhof», meint der Infrastruktur-Chef und lacht. Die Baubewilligung für das Um- und Ausbauprojekt erwartet die BDWM Transport AG in den nächsten Wochen. Der Zonenplan müsse noch angepasst werden. Das sei Sache des Kantons, bestätigt Roland Jauch, stellvertretender Chef der Bauverwaltung Bremgarten. Dann stehe der Baubewilligung «etwa in den nächsten zwei Monaten» nichts im Weg. Das Baubewilligungsverfahren passierte das Bauvorhaben ohne Einwendung. Das spricht für das hohe Ansehen, das die BDWM Transport AG geniesst.

Hoffen auf Limmattalbahn

In Betrieb nehmen will die BDWM Transport AG das erweiterte Dienstgebäude 2018. Es schafft auch die notwendigen Raumreserven für das Personal, das dereinst für die Limmattalbahn arbeiten könnte. Die BDWM Transport AG hat sich als Betreiberin der geplanten neuen Bahnlinie beworben und wartet gespannt auf den Entscheid. «Wir wollen die Limmattalbahn unbedingt betreiben», sagt Oettli. «Keine Frage: Wir hoffen nicht nur, dass der Entscheid zu unseren Gunsten ausfällt. Wir rechnen fest damit.» Laut dem Informationschef des Zürcher Verkehrsverbundes, Thomas Kellenberger, ist aber alles noch offen.

Die BDWM Transport AG richtet ihren Blick mit den Plänen für den neuen Bahnhof Bremgarten bereits ins nächste Jahrzehnt. Dafür soll ein Gestaltungsplan erstellt werden. Der bestehende Bahnhof stammt aus dem Jahr 1959. Der Bremgarter Architekt Josef Oswald, der zahlreiche öffentliche und private Bauten wie den Zentralbau des St. Josefsheims und als Frühwerk 1935 den Bühnenanbau beim Casino Bremgarten konzipierte, entwarf damals das Bahnhofgebäude unter erschwerten Bedingungen. Die ersten Projektstudien gehen bis in die Vorkriegsjahre zurück. Es folgten Überarbeitungen, die auf den zunehmenden Autoverkehr auf der einst national wichtigen Hauptstrasse zwischen Bern und Zürich Rücksicht nehmen mussten. Damals gab es noch keine Autobahnen, welche die Zentren miteinander verbanden.

Bahnhof mit Atmosphäre

Das Bahnhofprojekt stand im Zeichen «finanzieller Bedenken und bescheidener Kredite, die es kategorisch einzuhalten galt», hielt Architekt Oswald im Baubeschrieb fest. Die Bahn- und Gemeindebehörden hätten aber die städtebaulichen Gesichtspunkte im Zusammenhang mit den Neubauten am Obertorplatz erkannt und gefördert. Die Situation am Bahnhofplatz änderte sich mit dem Bau des Bahnhofs grundlegend.
Die Geleise konnten kreuzungsfrei neben der Strasse erstellt werden. Vorher war die BD-Bahn auch in diesem Bereich eine reine Strassenbahn, die den Autoverkehr sichtbar konkurrenzierte. «Die gestalterische Aufwertung funktioneller Bedingungen gibt dem kleinstädtischen Bahnhof Atmosphäre. Der vom befreundeten Zürich Zurückkehrende fühlt sich als Persönlichkeit empfangen und geborgen», schrieb Oswald. Aus privater Initiative konnte der Bahnhof mit einer «kleinen Buffetanlage» (Zitat Oswald), dem heutigen Bahnhöfli-Restaurant, und einem Kiosk aufgewertet werden. Die Baukosten konnte der Architekt damals übrigens einhalten.

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