Buttwil

Sammelsurium am Flugplatz: Der Flohmarkt in Buttwil stösst auch in Coronazeiten auf grossen Anklang

Eindrücke vom Flohmarkt Buttwil

Eindrücke vom Flohmarkt Buttwil

Der Flohmarkt auf dem Flugplatz in Buttwil stösst bei Marktfahrenden auch in Coronazeiten auf grossen Anklang. 

Der Flohmarkt auf dem Flugplatz in Buttwil ist auch in Coronazeiten sehr beliebt. Einige Marktfahrer hatten sogar keinen Platz mehr.

Ein schattiger Weg bahnt sich durch die Wohnwagen bis zum Flugplatz. Zwischen den Bäumen leuchten weiss die ersten Zeltspitzen und es ertönt gedämpfte Musik. Es ist Flohmarkt auf dem Flugplatz in Buttwil. Oder «Flohmi», wie es auf den Pfeilen steht, die den Weg von der Hauptstrasse her weisen.

Es ist Sonntagmorgen kurz vor 11 Uhr. Viele Besucherinnen und Besucher schlendern zwischen den verschiedenen Ständen hindurch oder gönnen sich eine Pause im Restaurant. Es ist erst der dritte Flugplatz-Flohmarkt in diesem Jahr. Normalerweise findet er von März bis Oktober jeden dritten Sonntag statt. «Wegen des Coronavirus mussten wir zweimal aussetzen», erklärt René Marti. Als Eventmanager vom Verein Flugplatz Beizli Buttwil ist Marti unter anderem für den Flohmarkt verantwortlich. Zu dieser Aufgabe gehören nun auch die Coronaschutzmassnahmen. «Ich musste ein dickes Dossier bearbeiten, über 140 Seiten waren es», so Marti.

Marktfahrerin Dina Stutz (Oberrohrdorf) zeigt einer Kundin Schmuck.

Marktfahrerin Dina Stutz (Oberrohrdorf) zeigt einer Kundin Schmuck.

Umso mehr freut es ihn, dass die Nachfrage nach Standplätzen trotzdem so gross ist. 25 Stände wurden am Sonntagvormittag vor dem Restaurant The Hangar aufgebaut. «Das ist das Maximum an Plätzen, das wir anbieten können», erklärt Marti. «Ich musste einige Leute abweisen.» Es ist ihm anzumerken, dass ihm der Flohmarkt grosse Freude bereitet. Er blickt über den Platz und lächelt. «Viele Marktfahrer hier kennen sich. Es herrscht hier eine familiäre Stimmung.»

Diese friedliche Atmosphäre geniessen auch die Besucherinnen und Besucher. Viele verweilen an den Ständen und plaudern mit den Verkäufern. «Ich gebe ihnen die Kette für 35 Franken. So haben wir beide Haare gelassen», tönt es vom Stand von Dina Stutz. Für die Marktfahrerin aus Oberrohrdorf gehört das «Märten» dazu. «Meine Preise sind verhandelbar, wir sind ja schliesslich an einem Markt», sagt sie und lacht. Seit dem ersten Flohmarkt vor zwei Jahren sei sie immer dabei gewesen. «Das erste Mal sind wir hier im Schnee gestanden», erinnert sie sich an die Anfänge.

Aussteller Markus Tschopp aus Küssnacht SZ trägt einen Nagelhelm.

Aussteller Markus Tschopp aus Küssnacht SZ trägt einen Nagelhelm.

Carrosseriespengler Markus Tschopp aus Küssnacht am Rigi hat heute Premiere in Buttwil. Auf seinem Kopf ein Helm, geschmückt mit unzähligen Nägeln, ist er kaum zu übersehen. Vieles was er verkauft, hat er selbst hergestellt. So zum Beispiel seinen Butler, den er stolz präsentiert: «Der Velosattel stellt die Haare dar, die Nase ist ein Löffel und den Bauch machte ich aus einem Weinkühler.»

Flohmarkt weckt Erinnerungen

Kurz vor dem Mittag wird es ernst: René Marti zieht die Standgebühren ein. «Das mache ich immer um diese Zeit, dann wissen die Verkäufer, wie viel Geld sie noch zum Essen haben», erzählt er lachend. Für das Verpflegungsangebot sorgt Peter Stutz vom Restaurant «The Hangar». Von ihm stammt auch die Idee für den Flugplatz-Flohmarkt. «Bevor ich das Restaurant hier übernommen hatte, war ich sieben Jahre lang selbst Brocki-Leiter und Flohmarktfahrer», erzählt er.

Der Angebot auf dem Flugplatz wird geschätzt. Trudi Suter und Hugo Burri aus Beinwil sind heute auf einer Höhenwanderung auf dem Lindenberg und haben auf dem Flugplatz eine Pause eingelegt. «Jetzt schwelgen wir hier noch etwas in Erinnerungen», so Suter. «Diesen Radio hatten wir früher auch», sagt Burri und zeigt auf einen Stand. «Und heute stehen diese Sachen auf dem Flohmarkt.»

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