Villmergen
Samichlaus-Besuche anders als gewohnt: So kommen Kinder trotzdem zu Weihnachtsfreude

In Villmergen werden dieses Jahr die Samichlaus-Besuche anders als gewohnt stattfinden müssen.

Verena Schmidtke
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So wie hier im Vorjahr können die Samichläuse zwar in Villmergen nicht auf die Tour - heuer wird nur ein Schmutzli pro Chlaus dabei sein.

So wie hier im Vorjahr können die Samichläuse zwar in Villmergen nicht auf die Tour - heuer wird nur ein Schmutzli pro Chlaus dabei sein.

zvg

Wenn dieses Jahr seinen normalen Lauf genommen hätte, wäre der Samichlaus am Samstag im Hilfiker Wald in seinem Chlaushüsli gewesen. Dort hätte er sich über eine grosse Schar Besucher gefreut. Der Auszug aus der Kirche ist ebenfalls jedes Jahr ein schönes Ereignis, das viele Leute anzieht. Doch die Coronapandemie brachte die Absagen dieser Anlässe mit sich. Zu viele Menschen, zu wenig Platz, die Ansteckungsgefahr zu gross, das war das Fazit des Nikolaus-Vereins.

Worauf der heilige Mann aber nicht verzichten mag, das sind die Besuche bei den Kindern. «Sie werden zwar anders sein als sonst, aber sie finden statt. Etwas Weihnachtsstimmung wäre doch schön in dieser Zeit», stellten Roger Buchacek und Reto Meier vom St.Nikolaus-Verein fest.

Seit September überlegte der Verein, ob und wie die Anlässe machbar sind. Der Präsident erläuterte: «Wir wollten alles daran setzen, mit dem Ziel, den Kindern möglichst viel zu bieten. Wobei die Sicherheit für alle Beteiligten im Vordergrund steht.» Zunächst standen Chlaushüsli und Auszug noch auf der Agenda.

«Doch nachdem der Bundesrat im Oktober die strikteren Massnahmen bekanntgegeben hatte, war klar, eine Durchführung ist unmöglich», berichteten die beiden Männer. Ein wenig wehmütig werden sie, wenn sie daran denken, dass sie an diesem Samstag eigentlich am Chlaushüsli gewesen wären. Dennoch seien sie ein bisschen in Vorweihnachtsstimmung, schliesslich trafen sie am Vormittag Vorbereitungen für die Samichlaus-Besuche.

Viele Details für die Sicherheit

«Wir hatten es unseren Chläusen überlassen, zu entscheiden, ob sie dabei sind oder nicht», erläuterten der Präsident und sein Kollege, «keiner muss mitmachen. Schliesslich gehören einige auch zur Risikogruppe.» In diesem Jahr seien 13 statt der sonst üblichen 20 Samichläuse im Einsatz. «Wir haben 14 Gewänder, das passt also.» Aufgrund der Hygienemassnahmen könne nur ein Nikolaus ein Gewand nutzen, ebenso sei es bei den Schmutzli.

Reto Meier führt aus: «Damit wir das alles gut organisieren können, begleitet jetzt auch nur ein Schmutzli den Nikolaus, normalerweise sind es zwei bis drei. So haben wir feste kleine Gruppen, es entsteht kein Chaos, wenn einer ausfällt.» Es sei erstaunlich, woran man habe denken müssen: «Jeder der Chläuse und Schmutzli braucht ja nun eigene Schminkmaterialien.» Dazu komme ausserdem noch Desinfektionsmittel. «Nach dem Einkleiden und Schminken muss akribisch geputzt und desinfiziert werden.»

Der Anmeldeschluss für die Besuche sei in diesem Jahr etwas eher als üblich gewesen. «Wir wollten sehen, in welche Richtung es geht», erzählte Buchacek, «etwa 100 Familien aus den Orten Villmergen, Hilfikon, Büttikon und Dintikon sind dabei. Im Moment trudeln noch ein paar Nachmeldungen ein.» Auch der Ablauf der Besuche blieb von Veränderungen nicht verschont. «In diesem Jahr gehen wir nicht in die Wohnungen, alles läuft auf Distanz ab», informierten Buchacek und Meier.

«Es gibt kein Händeschütteln, die Personenzahl ist begrenzt, der Samichlaus wird keine Geschichte erzählen.» Aber trotz der Distanz möchte der Samichlaus weihnachtliche Stimmung verbreiten. Wenn die Kinder mögen, dürfen sie gern ein Versli aufsagen. «Der Nikolaus-Verein hat sich für die Kleinen etwas überlegt, sie bekommen nebst den Gaben der Eltern ein Chlaussäckli.» Für die Übergabe sei der Schmutzli zuständig, der mit einer Maske ausgestattet werde. «Handschuhe werden ohnehin getragen.»

Bedauerlich sei, dass in diesem Jahr die Besuche in den Vereinen und im Seniorenzentrum Obere Mühle ausfallen. «Aber der Samichlaus besucht zwei Kindergärten», konnten Buchacek und Meier erfreut anmerken. Zum Schluss erklärten sie: «Es ist einfach schön, wenn der Samichlaus durchs Dorf läuft.»