Saisonvorschau
Nach zwei Finalniederlagen: Freiämter Ringer starten ihren nächsten Angriff auf den Meistertitel

Am Samstagabend geht es für die Freiämter Ringer gegen Hergiswil los mit der neuen Nationalliga-A-Saison. Die Mannschaft von Cheftrainer Marcel Leutert ist heiss auf den ersten Titelgewinn seit sieben Jahren.

Wolfgang Rytz
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Dieses Bild wünschen sich die Freiämter Ende Saison: Jubelnder Freiämter (Michael Bucher, rechts), geschlagener Willisauer Ringer (Lukas Bossert).

Dieses Bild wünschen sich die Freiämter Ende Saison: Jubelnder Freiämter (Michael Bucher, rechts), geschlagener Willisauer Ringer (Lukas Bossert).

Wolfgang Rytz

Die Ringerstaffel Freiamt ist nach zwei Finalniederlagen in der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft heiss auf den ersten Titelgewinn seit sieben Jahren. Dazu hat die Aargauer Ringerhochburg einen starken Innerschweizer Athleten mit Doppellizenz verpflichtet.

«Wir haben an den Einzelmeisterschaften im Juli bewiesen, dass wir in guter Verfassung sind», beschwichtigt Cheftrainer Marcel Leutert Bedenken, seine Ringer seien noch nicht in der nötigen Form. Die kurzfristige Abmeldung von der Hauptprobe, dem Grenzlandturnier in Kriessern, liess Befürchtungen aufkommen. Leutert spricht von einer veränderten Vorbereitung:

«Nach den Einzeltitelkämpfen begannen wir mit dem gezielten Aufbau und absolvierten zu Hause ein intensives Trainingslager.»

Im Vergleich zu anderen Jahren seien seine Ringer «mindestens so gut vorbereitet» auf die Mannschaftssaison.

Freiamts Cheftrainer Marcel Leutert (links) stützt sich auch in dieser Saison auf viele starke Ringer ab, die den Final erreichen wollen.

Freiamts Cheftrainer Marcel Leutert (links) stützt sich auch in dieser Saison auf viele starke Ringer ab, die den Final erreichen wollen.

Wolfgang Rytz

Fast unverändertes Kader

Wie vor der Coronakrise verstärkt der Weinfelder Greco-Ringer Yves Müllhaupt die Freiämter in den mittleren Gewichtsklassen. Hinzu kommt anstelle des Schaffhauser Schwingers und Nationalturners Jeremy Vollenweider der Brunner Greco-Internationale Damian von Euw.

«Dieser steht uns aber erst für die entscheidende Phase zur Verfügung», erklärt Leutert. Aktuell weilt der 23-jährige Schwergewichter in einem Trainingslager in Russland.

Für die Qualifikationsphase bis im November braucht sich Freiamt nach zwei Finalteilnahmen nicht zu sorgen. Das Kader ist quantitativ wie qualitativ genügend stark, um in den Halbfinal vorzustossen. Dafür garantieren Siegringer wie Nils und Nino Leutert, Michael Bucher, Randy Vock, Pascal Strebel, Christian Zemp, Marc Weber und Magomed Aischkanow. Der Cheftrainer strahlt viel Zuversicht aus:

«Zurzeit sind alle Ringer fit, deshalb kann ich taktieren.»

Fortschritte gemacht hat der Niederwiler Joel Meier, der neu dem Nationalkader angehört. Auch der ehemalige Merenschwander Kunstturner Kimi Käppeli entwickelt sich mit 18 Jahren erfreulich.

Einzige Freiämter Sorge ist in den ersten Kämpfen die unterste Gewichtsklasse bis 57 kg, weil der sichere Wert, Flurin Meier, in der Rekrutenschule steckt. «Da haben wir junge Talente in Reserve, die auf diesem Niveau Erfahrung sammeln können», beruhigt Marcel Leutert.

Günstige Auslosung

Freiamt wurde als erstes Team für die NLA-Meisterschaft gezogen. Das bedeutet, dass Heim- und Auswärtskämpfe gleichmässig abfolgen. Ausserdem steht zum Auftakt wieder Hergiswil gegenüber. Die Luzerner Hinterländer, deren Meisterteam von 2012 und 2013 zu einem Grossteil abgetreten ist, haben sich zwar namhaft verstärkt. Dennoch gelten sie als erster Anwärter auf den Abstiegsbarragekampf.

Die Ausgangslage an der Spitze ist unverändert. Willisau, der Meister von 2019 und 2020, verfügt weiterhin über das stärkste Kader. Freiamt bleibt der zweite grosse Finalanwärter. Dahinter ist ein Dreikampf zwischen Kriessern, Einsiedeln und Schattdorf um die weiteren Halbfinalplätze zu erwarten. «Wir werden diese Gegner unterschätzen», lässt Trainer Leutert durchblicken, dass die Duelle mit diesen Teams keine Selbstläufer sind.

Abwarten und reagieren

Gegen Hergiswil kündigt Leutert eine Aufstellung «mit Reserven» an. Daneben gilt der Blick den Begegnungen Willisau – Kriessern und Schattdorf – Einsiedeln. Im Gegensatz zu Freiamt muss die Konkurrenz die Karten zumindest teilweise aufdecken. «Wir schauen, was die anderen machen und können schon gegen Einsiedeln reagieren», sieht Marcel Leutert taktische Vorteile. Gefragt nach der Zielsetzung für die zehn Qualifikationsrunden, sagt er: «Nur nicht Vierter werden und im Halbfinal auf Willisau treffen. Alles andere warten wir ab.»

Qualifikation

28. August (Bachmatten Muri): Freiamt – Hergiswil

4. September: Einsiedeln – Freiamt

11. September (Sporthalle Merenschwand): Freiamt – Kriessern

18. September: Willisau Lions – Freiamt

25. September (Sporthalle Merenschwand): Freiamt – Schattdorf

9. Oktober: Hergiswil – Freiamt

16. Oktober (Sporthalle Merenschwand): Freiamt – Einsiedeln

23. Oktober: Kriessern – Freiamt

6. November (Bachmatten Muri): Freiamt – Willisau Lions

13. November: Schattdorf – Freiamt

Alle Kämpfe beginnen um 20 Uhr.

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