Oberwil-Lieli
Sackgebühr soll in Oberwil-Lieli nicht vor Ende 2013 kommen

Für den Gemeinderat hat die Einführung der Sackgebühr, wie sie das Bundesgericht verlangt, keine Priorität. Dies schreibt die Behörde der einzigen Gemeinde im Freiamt, die keine Kehrichtsackgebühr kennt, in einer Mitteilung.

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Andreas Glarner, Gemeindeammann von Oberwil-Lieli, hat es nicht eilig mit der Einführung der Kehrichtsackgebühr. elj/archiv

Andreas Glarner, Gemeindeammann von Oberwil-Lieli, hat es nicht eilig mit der Einführung der Kehrichtsackgebühr. elj/archiv

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Der Gemeinderat hält fest, dass er «wenn immer möglich und zulässig, keine neuen Gebühren einführen will». Aus heutiger Sicht könne «davon ausgegangen werden, dass eine Einführung nicht vor Ende 2013 möglich sein wird - es sei denn, wir würden von höherer Stelle zu einer früheren Einführung gezwungen». Zurzeit prüfe die Verwaltung verschie-dene Reglemente anderer Gemeinden. «Alsdann werden wir uns mit dem Entwurf eines Reglements befassen und zu gegebener Zeit wieder informieren», schreibt die Behörde.

Gemeinderat relativiert Abfallrekord

Der Gemeinderat von Oberwil-Lieli ergänzt, die kürzlich von der Kehrichtverbrennungsanlage Turgi veröffentlichten Kehrichtmengen seien mit Vorsicht zu geniessen. Laut der Statistik lieferte die Gemeinde pro Einwohner mehr als 360 Kilogramm Kehricht ab - am meisten von allen 80 Verbandsgemeinden.

Dass Oberwil-Lieli eine Rekordmenge abliefere, hat laut Gemeinderat diverse Gründe. Ein Teil des Kehrichts stamme aus anderen Gemeinden und werde von deren Bewohnern in Oberwil-Lieli entsorgt». Ausserdem bleibe die Gesamtmenge des Kehrichts mit oder ohne Sackgebühr nahezu gleich - der Kehricht werde einfach auf anderen Wegen entsorgt. «In Gemeinden mit Sackgebühr wird viel Abfall via Cheminées, Abwasserleitungen, öffentliche Abfallkübel, Robidog, Strassenränder und gar Wälder ‹entsorgt›», argumentiert der Gemeinderat. Die Abfallmenge in Oberwil-Lieli sei hingegen «ein deutlicher Hinweis darauf, dass bei uns alles korrekt entsorgt wird». (fh)