Merenschwand

Rücktritt des Feuerwehrchefs nach 30 Jahren Dienst – «Feuerwehr heute eher eine Schadenwehr»

Eine der ersten Amtshandlungen als Kommandant vor 10 Jahren, war die Einweihung dieses Tanklöschfahrzeugs der Feuerwehr Merenschwand-Benzenschwil. Auch die Halle, wo es jetzt drin steht, geht auf seine Initiative zurück.

Eine der ersten Amtshandlungen als Kommandant vor 10 Jahren, war die Einweihung dieses Tanklöschfahrzeugs der Feuerwehr Merenschwand-Benzenschwil. Auch die Halle, wo es jetzt drin steht, geht auf seine Initiative zurück.

Felix Fischer hört nach zehn Jahren als Kommandant und nach knapp 30 Jahren Feuerwehr auf. Die Hauptübung am kommenden Samstag wird seine letzte sein.

Er wird seine Kameraden vermissen, aber es ist für ihn trotzdem der richtige Zeitpunkt, aufzuhören: Felix Fischer, zehn Jahre Kommandant der Feuerwehr Merenschwand-Benzenschwil und 28 Jahre in der Feuerwehr, gibt das Kommando weiter an Patrick Fischer. Nadia Fischer und Patric Stieger werden neu Vizekommandanten, Andrea Kurmann neu Chef Ausbildung. «Mein Grundgedanke war immer, für andere Leute da zu sein, wenn geholfen werden muss», sagt Fischer. Er gibt eine gut funktionierende Feuerwehr ab, die nun, wegen des Wachstums der Gemeinde Merenschwand, in die Grössenklasse 4a aufsteigen wird. «Mit einem Bestand von 90 Personen erfüllen wir das Soll dieser Klasse bereits.»

Am Anfang seiner Zeit als Kommandant durfte Felix Fischer ein neues Tanklöschfahrzeug einweihen. Sein Nachfolger wird es mit einem neuen Pikettfahrzeug, das notwendig wird, machen können. Abgesehen davon ist die Feuerwehr Merenschwand-Benzenschwil auf Vordermann, nicht zuletzt durch das 2015 eingeweihte, neue Magazin, das von Fischer angerissen wurde und auf das er stolz ist.

Es sind aber nicht nur die Hilfsbereitschaft und die moderne Infrastruktur, die ihn so lange in der Feuerwehr aktiv hielten. «Eine Kameradschaft wie in der Feuerwehr, ist sonst kaum zu finden. Dieser Kontakt mit Menschen aus allen möglichen Berufsrichtungen ist eine echte Bereicherung», stellt er fest. Als Kommandant habe er zudem weit über die Gemeindegrenzen hinaus im ganzen Kanton sehr schöne Bekanntschaften machen können.

Wie viel Zeit er als Kommandant für die Feuerwehr aufgewendet hat, kann Fischer nicht so genau sagen. «Im Schnitt pro Tag eine halbe bis eine ganze Stunde», mutmasst er, wobei viel Administratives dabei ist. Darüber hinaus «ist man schon permanent mit der Feuerwehr verbunden», stellt er fest. Nicht nur, weil jede Alarmmeldung auch zum Kommandanten kommt, sondern weil man in dieser Funktion bekannt ist, mit Anfragen und Anliegen von Leuten, direkten Kontakten innerhalb der Feuerwehr oder mit Behörden konfrontiert ist. «Meine Frau hat viele Telefonanrufe entgegengenommen und im Hintergrund mitgearbeitet, wofür ich sehr dankbar bin.»

Mehr als Brandbekämpfung

Eigentlich müsste die Feuerwehr heute besser Schadenwehr heissen», stellt Fischer eine wesentliche Veränderung in den letzten 30 Jahren fest. Die Brandbekämpfung ist im Vergleich zu Einsätzen bei Elementarschäden in den Hintergrund gerückt. Das hat die Anforderungen und damit auch die Ausbildung verändert. «Die Arbeit in der Feuerwehr ist herausfordernder, aber auch abwechslungsreicher geworden». Anders ist auch, dass heute viel mehr Leute auswärts arbeiten als früher. «Bei einem Ereignis tagsüber bringen wir vielleicht noch 50 Prozent unseres Bestandes auf den Platz». Deshalb wird bei einem Grossereignis auch gleich die Nachbarfeuerwehr aufgeboten. Bisher wenig Probleme hatte Fischer, den Mannschaftsbestand zu halten. «Ich hoffe, das bleibt auch bei meinen Nachfolgern so».

Die Hauptübung am kommenden Samstag wird Felix Fischers letzte sein. «Ein bisschen Wehmut wird dabei sein», sagt er, «aber auch Freude darüber, etwas mehr Zeit zu haben, ein paar Abende mehr zu Hause die Beine hochlagern zu können. Das mache ich nämlich auch gerne», lacht er.

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