Nach einer engagiert geführten Diskussion erteilte die Gemeindeversammlung dem Polit-Projekt grünes Licht.

Wenn auch Widen und Berikon am 20. November zustimmen, läuft das Mutscheller Projekt an. Es bezweckt fundierte Abklärungen der drei politischen Optionen «Verstärkte Zusammenarbeit der drei Gemeinden», «Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft» und «Gemeindefusion».

Auf der Kippe

Die Vorlage passierte an der Versammlung bei 86 Ja- zu 47 Neinstimmen letztlich klar. Das deutliche Abstimmungsresultat täuscht, die Vorlage stand auf der Kippe. Der frühere Vizeammann Christian Schaub hielt eine flammende Rede gegen die mit Gesamtkosten von 275 400 Franken (91 800 je Gemeinde) verbundene Vorlage.

Die 91 800 Franken könne die Gemeinde sinnvoller verwenden und eine Fusion wäre für Rudolfstetten finanziell nachteilig, sagte Schaub. Ein dickes Fragezeichen setzte er hinter eine mögliche Verwaltungsgemeinschaft. Bei den Ausgaben der Gemeindeverwaltungen klaffe die Schere weit auseinander. So setze das sparsame Rudolfstetten pro Einwohner lediglich 347 Franken je Einwohner für die Verwaltungstätigkeit ein, während es Widen auf hohe 578 Franken pro Einwohner bringe.

Vereinzelte Versammlungsteilnehmer schlossen sich Schaub an, unter ihnen Altnationalrat Lieni Füglistaller. Die Vorlage sei abzulehnen, es brauche keine kostspielige neue Studie, zumal die Zusammenarbeit unter den Gemeinden gut funktioniere, sagte Füglistaller. Auch sei eine Fusion mit sehr hohen Kosten verbunden, so für einen Profi-Gemeindeammann, einen Einwohnerrat und anderes mehr.

«Klassisches Eigengoal»

Paul Oggenfuss konterte. Die Fusionsfrage stelle sich heute nicht, es gehe ausschliesslich um seriöse Abklärungen und Grundlagen. Falls Rudolfstetten nicht mitmache, «schiessen wir ein klassisches Eigengoal».

Der frühere Gemeindeammann Alfred Oggenfuss gab zu bedenken, sparen sei schön und gut, aber bitte am richtigen Ort. Um die Gemeinden weiterzubringen, brauche es Visionen und vernünftige Schritte wie das aufgegleiste Projekt. Marcel Signer forderte die Versammlung auf, Weitsicht walten zu lassen und diese wichtigen Abklärungen unter professioneller Begleitung an die Hand zu nehmen. Die Mehrheit der Versammlungsteilnehmenden war gleicher Meinung.

Diskussionslos Zustimmung fanden sieben Einbürgerungsgesuche sowie zwei Infrastrukturkredite im Betrag von 520 000 und 665 000 Franken. Herzlich verabschiedet, beschenkt und kurz geehrt wurde Joel Buntschu. Der 28-jährige Gemeinderat verlegt seinen Wohnsitz. Fünf Jahre arbeitete der talentierte Jungpolitiker in der Gemeindebehörde mit.