Rudolfstetten
Gemeinderat genehmigt räumliches Leitbild: Die AZ zeigt, wo das Dorf noch um 1000 Leute wachsen kann

Wo in Rudolfstetten-Friedlisberg könnten noch hohe Gebäude entstehen? Und wo auf keinen Fall? Der Gemeinderat hat das neu erarbeitete Räumliche Entwicklungsleitbild (REL) verabschiedet. Darin enthalten sind beispielsweise die Standorte im Dorf, die sich für hohe Häuser eignen oder die Anzahl Dorfplätze.

Marc Ribolla
Drucken
Teilen
Wo in Rudolfstetten könnten noch hohe Gebäude entstehen? Und wo sicher nicht? Das Räumliche Entwicklungsleitbild zeigt das auf.

Wo in Rudolfstetten könnten noch hohe Gebäude entstehen? Und wo sicher nicht? Das Räumliche Entwicklungsleitbild zeigt das auf.

Marc Ribolla

Es ist ein Werk, bei dem sich viele Köpfe engagiert haben – und das nun in einem 98-seitigen Bericht vorliegt. Die Rede ist vom Räumlichen Entwicklungsleitbild (REL) der Gemeinde Rudolfstetten-Friedlisberg.

Im Juni 2019 haben etwa 30 Einwohnerinnen und Einwohner in Gruppenarbeiten in einem halbtägigen Workshop die Stärken und Schwächen der Gemeinde erarbeitet. Dazu gehörten auch Visionen und Ziele sowie wichtige Merkmale der einzelnen Quartiere des Dorfes am Mutschellen.

Jene Erkenntnisse hat die kommunale Planungskommission in Zusammenarbeit mit externen Fachplanern seither in das neue REL umgesetzt, das der Gemeinderat nun verabschiedet hat. Das Entwicklungsleitbild ist eine wichtige Voraussetzung für die Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung, die in Rudolfstetten ansteht.

Verdichtete Bauweise soll Wachstum auffangen

Ende 2019 wohnten knapp 4500 Personen in der Gemeinde. Eines der Hauptziele in der Raumplanung ist die Siedlungsentwicklung nach innen. Das heisst, das Wachstum soll weitmöglichst mit der Überbauung von Baulücken, bereits eingezonten Parzellen und durch eine dichtere Bauweise aufgefangen werden, wie es im Bericht heisst. Und weiter:

«In den bereits überbauten Bauzonen stecken Reserven für ungefähr 410 Einwohnerinnen und Einwohner.»

Hinzu kommen gemäss dem REL weitere Kapazitäten in unüberbauten Bauzonen und Baulücken für rund 660 Personen. Der Kanton rechnet in Rudolfstetten mit einem Bevölkerungswachstum bis 2040 auf 5360 Personen. Die total vorhandenen Reserven von rund 1070 Personen würden also ausreichen.

Als Standorte für verdichtetes Bauen mit höheren Häusern kommen primär die Gebiete Mutschellen-Bolleri und Isleren in Frage. Dort sind bereits Gestaltungspläne in Ausarbeitung oder schon genehmigt.

Das Räumliche Entwicklungsleitbild definiert auch die Handlungsschwerpunkte. «Die künftige Entwicklung soll in erster Linie in den Zentren Rudolfstetten und Mutschellen-Bolleri sowie in den Quartieren Isleren und Untere Dorfstrasse stattfinden», wird erklärt.

Fünf Dorfplätze für die Bevölkerung

Nebst diesen übernehme der ländliche Ortsteil Friedlisberg nur eine untergeordnete Zentrumsfunktion und diene in erster Linie dem Wohnen und der Landwirtschaft. Ausserdem sollen unter anderem fünf öffentliche Dorfplätze, die teilweise schon existieren, dem Aufenthalt und der Begegnung der Bevölkerung dienen. Diese sind:

  • der Dorfplatz von Rudolfstetten
  • der Schulhausplatz von Rudolfstetten
  • ein neuer Platz im Rahmen der Zentrumsentwicklung Rudolfstetten zwischen Bahnhof und Gemeindehaus
  • der Dorfplatz von Friedlisberg
  • ein neuer Platz im Zentrum Mutschellen-Bolleri

«Einzelne Punkte und Themen des Räumlichen Entwicklungsleitbilds können auch unabhängig von der BNO-Revision umgesetzt und vorangebracht werden», schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Dies mit Einbezug von privaten Grundeigentümern. Dazu gehörten einfache Dinge wie zum Beispiel die naturnahe Gartengestaltung oder die Energienutzung, die direkt durch Information oder Anreize umsetzbar seien. Den kompletten REL-Bericht finden Interessierte auf der Website der Gemeinde Rudolfstetten.

Aktuelle Nachrichten