Rudolfstetten-Friedlisberg
Mit nur einer Gegenstimme: Souverän sagt deutlich Ja zum Millionenumbau von Werkhof und Gemeindehaus

Über 20 Millionen Franken will das Ruedistetter Stimmvolk in den nächsten Jahren in die Zentrumsentwicklung investieren. Geplant sind auch zwei Mehrfamilienhäuser. Ob ein drittes dazu kommt, hängt vom Entscheid der Ortsbürger ab.

Walter Christen
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Das Gemeindehaus Rudolfstetten ist zu klein, der Werkhof (links) in die Jahre gekommen.

Das Gemeindehaus Rudolfstetten ist zu klein, der Werkhof (links) in die Jahre gekommen.

Walter Christen

Prekär sind zum Teil die Platzverhältnisse im Gemeindehaus Rudolfstetten-Friedlisberg. Die Situation in den Bereichen Werkhof/Bauamt und Entsorgung ist ebenfalls unbefriedigend. Zudem fehlen im Dorf Räumlichkeiten für die Durchführung kultureller Veranstaltungen. Schon bald soll das alles der Vergangenheit angehören.

Der Souverän hat an der Einwohnergemeindeversammlung – es nahmen 158 der 2654 Stimmberechtigten teil – nun die wegweisende Zentrumsentwicklung mit grossem Mehr und lediglich einer Gegenstimme genehmigt. Im Rahmen der verabschiedeten Arealentwicklung Gemeindehaus sollen in den nächsten Jahren durch die öffentliche Hand insgesamt weit über 20 Millionen Franken investiert werden.

So soll das Gemeindehaus Rudolfstetten-Friedlisberg bald aussehen.

So soll das Gemeindehaus Rudolfstetten-Friedlisberg bald aussehen.

Visualisierung: zvg

Gemeindehaus wird erweitert und Wohnhäuser gebaut

Neben der Erweiterung des Gemeindehauses und zusätzlichen Räumen für die Verwaltung ist ein neuer Werkhof mit integraler Entsorgungsanlage geplant, ein Gemeindesaal mit Platz für bis zu 350 Personen, eine Parkierungsanlage (P+R) und zwei Mehrfamilienhäuser als Mietobjekte, welche durch die Einwohnergemeinde erstellt und betrieben werden.

Auf dem Gelände sollen auch zwei Mehrfamilienhäuser entstehen.

Auf dem Gelände sollen auch zwei Mehrfamilienhäuser entstehen.

Visualisierung: zvg

Ob auf dem Areal ein drittes Mehrfamilienhaus durch die Ortsbürgergemeinde gebaut wird, entscheidet Montag, 6. Juni, deren Versammlung. Das Land dafür würde die Einwohnergemeinde für 1,1 Millionen Franken verkaufen.

200'000-Franken-Geschenk der Ortsbürger wird angenommen

Auch hiess die Einwohner-Gemeindeversammlung den Antrag mit 81 zu 52 Stimmen gut, ein Geschenk der Ortsbürger im Betrag von 200'000 Franken für die Realisierung einer Holzschnitzelheizung in der künftigen Überbauung anzunehmen. Vorausgesetzt, die Ortsbürgergemeinde stimmt dem Vorhaben ebenfalls zu.

In seiner Begrüssung wies Gemeindeammann Josef Brem, der die Gemeindeversammlung souverän leitete, auf die grosse Bedeutung der Zentrumsüberbauung für die attraktive Zukunft des Dorfes hin.

Dass das Millionenprojekt ein zu grosser Brocken für die Gemeinde sei, konnte im Verlauf der Versammlung von Seiten des Gemeinderats widerlegt und die Finanzierung im Detail erläutert werden.

So stellte sich unter Vorlage von Berechnungen und verschiedenen Varianten heraus, dass für die Gemeinde sogar ein Ertrag resultieren würde beim Bau und dem anschliessenden Betrieb von zwei Mehrfamilienhäusern.

«Eine gesunde Finanzlage, um das Projekt zu stemmen»

Der Präsident der Finanzkommission, Thomas Pfyl, erwähnte: «Die Mehrheit der Finanzkommissionsmitglieder befürwortet den Bau und Betrieb von zwei Wohnliegenschaften durch die Gemeinde, was eine tragbare und attraktive Variante darstellt.» Er führte aus:

«Rudolfstetten-Friedlisberg verfügt über eine gesunde Finanzlage, um das Projekt stemmen zu können.»

Dazu trügen die äusserst kostenbewusste Verwaltung und die umsichtigen Gemeindebehörden bei sowie die guten Steuereinnahmen und neu generierte Erträge. Pfyl betonte:

«Eine Steuererhöhung ist für dieses Vorhaben kein Thema.»

An der Gemeindeversammlung standen für die Realisierung der Wohnungsbauten drei Varianten zur Auswahl: Genehmigung eines Kredits von 8,18 Millionen Franken für zwei Mehrfamilienhäuser mit Parkierungsanlage, Abgabe des Landes im Baurecht an eine Genossenschaft und gänzlicher Verzicht auf den Bau der Wohnungen. Der Souverän sprach sich mit grossem Mehr ganz klar für die erste Variante aus.

In der rege geführten Diskussion stiess der erste Vorschlag auch in Parteikreisen auf breite Zustimmung, weil dadurch nicht nur ein paar Genossenschafterinnen und Genossenschafter profitieren würden, sondern die ganze Gemeinde.

Ja zu Verkauf von Bauland an die Ortsbürgergemeinde

Ja sagte die Versammlung mit 129 Ja zum Verkauf von 1100 Quadratmetern Land zum Preis von 1,1 Millionen Franken an die Ortsbürgergemeinde für den Bau eines Mehrfamilienhauses auf dem Areal Gemeindehaus.

Mit grossem Mehr wurden auch sämtliche übrigen Anträge des Gemeinderats genehmigt: Jahresrechnung 2020, Kreditabrechnungen, revidierte Satzungen des Gemeindeverbands Kreisschule Mutschellen, leicht höhere Entschädigung des Gemeinderats für die Amtsperiode 2022 bis 2025 und diverse Einbürgerungen.