Rudolfstetten
Freie Bahn für Umbau des Dorfzentrums: Auch Ortsbürger beteiligen sich mit Mehrfamilienhaus

Die Ortsbürgergemeindeversammlung Rudolfstetten-Friedlisberg sprach sich mit grossem Mehr für das Millionenprojekt im Dorf aus. Sie kauft Land auf dem Areal des Gemeindehauses und baut unter anderem ein Mehrfamilienhaus.

Walter Christen
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So sieht das überbaute Areal in Rudolfstetten aus: Das Gemeindehaus (links unten) wird erweitert, rechts davon der U-förmige Werkhof mit Entsorgungsanlage und darum herum die Mehrfamilienhäuser der Einwohner- und Ortsbürgergemeinde.

So sieht das überbaute Areal in Rudolfstetten aus: Das Gemeindehaus (links unten) wird erweitert, rechts davon der U-förmige Werkhof mit Entsorgungsanlage und darum herum die Mehrfamilienhäuser der Einwohner- und Ortsbürgergemeinde.

Visualisierung: umw

Mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses beteiligt sich die Ortsbürgergemeinde Rudolfstetten-Friedlisberg an der von der Einwohnergemeinde beschlossenen Aufwertung des Dorfzentrums. Dabei geht es im Rahmen der Arealentwicklung Gemeindehaus um die Erweiterung des Gemeindehauses, um den Werkhofneubau, einen Gemeindesaal, die Realisierung von insgesamt drei Mehrfamilienhäusern und Parkierungsanlagen.

Die Mitwirkung am Bauprojekt der Gemeinde wurde von den Ortsbürgerinnen und Ortsbürgern am Montagabend mit grossem Mehr beschlossen. Es nahmen 47 der 201 Stimmberechtigten (rund 23,4 Prozent) an der Gemeindeversammlung – coronabedingt in einem Festzelt auf dem Dorfplatz – teil. Die Ortsbürgerschaft folgte somit den gemeinderätlichen Anträgen genauso wie Tage zuvor die Stimmberechtigten der Einwohnergemeinde.

Ortsbürger sichern sich finanziell für die Zukunft ab

Der Beitrag der Rudolfstetter Ortsbürger rundet das Gesamtpaket der Aufwertung des Dorfzentrums ab. Die Ortsbürgerkommission habe sich mit der ausgearbeiteten Überbauung des Areals Gemeindehaus intensiv auseinandergesetzt und in Zusammenarbeit mit den Projektverantwortlichen, aber auch mit dem Gemeinderat die Idee eines Ortsbürger-Mehrfamilienhauses verfeinert, wie Gemeindeammann Josef Brem erwähnte. Dabei ging es schon seit einiger Zeit um Abklärungen, wie die Ortsbürgergemeinde in Zukunft finanziell bestehen kann neben ihrer Hauptaufgabe im Bereich der Forstwirtschaft.

So soll das Gemeindehaus Rudolfstetten-Friedlisberg bald aussehen.

So soll das Gemeindehaus Rudolfstetten-Friedlisberg bald aussehen.

Visualisierung: zvg

In der Diskussionsrunde sprach ein Votant den Versammelten Mut zu, das Geld der Ortsbürgergemeinde auf diese Weise anzulegen. So wird nun nach dem grossmehrheitlichen Beschluss der Versammlung von den verfügbaren Mitteln im Betrag von rund 1,82 Millionen Franken Land für 1,1 Millionen Franken von der Einwohnergemeinde gekauft. Es handelt sich um 1100 Quadratmeter Bauland auf dem Areal Gemeindehaus.

Bau einer Liegenschaft für rund 3,87 Millionen Franken

Auf diesem Land soll für rund 3,87 Millionen Franken ein Mehrfamilienhaus mit Parkierungsanlage erstellt werden. Bei einem mittleren bis hohen Ausbaustandard wird mit der Realisation von etwa acht Wohnungen gerechnet. Das Geld dafür soll nach dem Willen der grossen Mehrheit der Versammlungsteilnehmer bei der Einwohnergemeinde in Form eines Darlehens im Betrag von 3,5 Millionen Franken zu einer attraktiven Verzinsung von 0,3 bis 0,4 Prozent aufgenommen werden. Eine kritische Stimme zu diesem Vorgehen aus der Mitte der Versammlung konnte Gemeinderat Reto Bissig entkräften:

«Aus den Mietzinseinnahmen kann das Darlehen bereits in den ersten Jahren abbezahlt beziehungsweise reduziert werden.»

Die Ortsbürgergemeinde Rudolfstetten-Friedlisberg zeigte sich spendabel und hiess die Zusicherung eines Beitrags von 200'000 Franken à fonds perdu (Geschenk) für den Einbau einer Holzschnitzel-Zentralheizung in der Überbauung Gemeindehaus mit grossem Stimmenmehr gut, wobei sich der Souverän selbst von kritischen Stimmen nicht von seinem Entscheid abbringen liess.

Genehmigt wurden ferner der Rechenschaftsbericht und die Rechnung 2020 sowie nach einiger Diskussion relativ knapp auch der Vertrag mit dem Kanton über die Erweiterung einer Altholzinsel mit 25 zu 17 Stimmen.