Rottenschwil
Gute finanzielle Aussichten: Steuerfuss soll nächstes Jahr um 6 Prozent sinken und magische Marke unterbieten

Die Gemeinde Rottenschwil steht finanziell auf guten Füssen da und schlägt seinen Stimmberechtigten eine markante Steuerfussreduktion vor. Im Budget 2022 rechnet der Gemeinderat mit einem Satz von 99 Prozent. Erstmals knackt man damit die 100-Prozent-Marke.

Marc Ribolla
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Im Gemeindehaus Rottenschwil arbeitet eine schlanke Verwaltung.

Im Gemeindehaus Rottenschwil arbeitet eine schlanke Verwaltung.

Marc Ribolla

Die kommenden Jahre versprechen für das Portemonnaie der Rottenschwiler Steuerzahlenden gute Aussichten, was die Gemeindesteuern betrifft. Sie sollen gemäss dem Budget 2022 um nicht weniger als 6 Prozent gesenkt werden. Der Gemeinderat schlägt der Gmeind am 18. November einen neuen Steuerfuss von 99 Prozent vor.

Damit steht Rottenschwil vorläufig an der Spitze der Freiämter Gemeinden, die ihre Steueransätze nächstes Jahr reduzieren wollen. Bei einem Gesamtumsatz von rund 3,105 Millionen Franken wird mit einem kleinen Ertragsüberschuss von rund 13'500 Franken kalkuliert.

Frau Gemeindeammann Giordana Huonder, die auch das Ressort Finanzen und Steuern führt, ist selbstredend zufrieden mit dem Budget. Es ist das letzte in ihrer Amtszeit, das sie an der Gmeind präsentieren wird. Sie sagt:

«Der Gemeinderat kann dieses Budget mit dieser höheren Senkung wirklich mit einem guten Gewissen vorlegen.»

Ein Grund für die Reduktion in diesem Ausmass sind die positiven Rechnungsabschlüsse der vergangenen Jahre und auch von diesem Jahr. Huonder kann jetzt schon verraten: «Die Rechnung 2021 wird wesentlich besser abschliessen als ursprünglich budgetiert war.» Dies führt zu einer gesunden Entwicklung der Finanzen. Giordana Huonder lobt auch die gute, schlank aufgestellte Verwaltung, die ihren Teil zur guten finanziellen Lage beiträgt.

Alle möglichen Investitionen sind bereits einkalkuliert

Die vom Kanton gemachten eher negativen Prognosen zu tieferem Steuerertrag aufgrund der Auswirkungen der Pandemie sind bisher ebenfalls nicht eingetroffen. Rottenschwil geht für 2022 von leicht gesteigerten Einkommens- und Vermögenssteuern von 2,304 Millionen Franken aus. In diesem Jahr waren 2,219 Millionen budgetiert gewesen.

«Der Gemeinderat hat in den vergangenen Jahren vorausschauend geplant und macht dies auch weiterhin. Selbst mit dem tieferen Steuerfuss sind alle kommenden Investitionen schon abgedeckt», erklärt Huonder. In der Finanzplanung bis 2026 geht der Gemeinderat durchgehend von einem gleich bleibenden Steuerfuss von 99 Prozent aus.

2026 immer noch ein Pro-Kopf-Vermögen von 450 Franken

Zu den anstehenden Investitionen in den nächsten vier Jahren mit einer geschätzten Totalsumme von rund 780'000 Franken gehören unter anderem Sanierungen im Bereich Ziegelackerweg, der Bushaltestelle Kapelle, der Mehrzweckanlage und der Reussbrücke in Werd sowie der Gemeindeanteil am Verkehrsfahrzeug der Feuerwehr Unterlunkhofen-Rottenschwil.

«Selbst wenn all diese Investitionen getätigt werden, gehen die Prognosen davon aus, dass wir dann immer noch über ein Vermögen von knapp 450 Franken pro Kopf verfügen», blickt Huonder voraus. Die Gemeinde weist rund 920 Bewohnerinnen und Bewohner auf.

Mit der erstmaligen Senkung auf unter 100 Prozent setzt Rottenschwil übrigens einen Trend fort. Die bisher letzte Steuerfussreduktion wurde erst vor zwei Jahren vollzogen, als der Fuss von 110 Prozent auf die heutigen 105 gesenkt wurde. In der Zeitspanne von 2000 bis 2009 pendelte er zwischen 118 und 122 Prozent.

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