«34 Meter – nicht schlecht, wir sind auf dem Weg. Am letzten Wettbewerb haben wir nur knapp über 20 Meter geschafft.» Alfred Strebel ist mit seinen Mannen an der Handdruckspritze zufrieden. Sie haben heute tüchtig zugelangt. Das kann etwas werden, am 3. September, wenn diese Mannschaft den nächsten Schweizerischen Handdruckspritzen-Wettbewerb in Bünzen organisiert und dabei auch selber versucht, das Beste aus ihrem nostalgischen, 117 Jahre alten Gerät herauszuholen.

Am Wettbewerb kommt es allerdings nicht nur auf die Distanz an, die das Wasser aus dem Strahlrohr erreicht: «Es geht fast ein bisschen militärisch zu», schmunzelt Alfred Strebel, «gefragt sind – unter anderem – ein sauberes und geordnetes Auftreten, die richtigen Kommandos, und besonders wichtig ist der Zustand der Handdruckspritze. Alles muss original sein, technische Veränderungen oder Verbesserungen sind nicht erlaubt.» Optimiert werden darf die Handdruckspritze hingegen, und das ist zuweilen auch nötig. An der Übung im Bünzer Dorfteil Waldhäusern werden deshalb nicht nur Kommandos und Handgriffe trainiert, sondern auch die richtigen Einstellungen an der Spritze gesucht.

Kein Zuckerschlecken: Das Betreiben der Handdruckspritze.

Kein Zuckerschlecken: Das Betreiben der Handdruckspritze.

Geselligkeit gehört dazu

Ein anderer Aufsatz auf dem Strahlrohr, ein bisschen weniger Spiel bei den Pumpenzylindern – und schon gibt es mehr Druck auf die Leitung und das Wasser spritzt ein paar Meter weiter. «Wir möchten an unserem Heimspiel im September natürlich eine möglichst gute Figur machen. Darum trainieren wir jetzt auch etwas mehr als bisher», sagt Alfred Strebel.

Verbissenheit liegt der Mannschaft vom 2006 gegründeten Feuerwehrverein dennoch fern: «Es muss vor allem Spass machen. Die Geselligkeit ist uns mindestens ebenso wichtig wie der Wettbewerb», betonen die Männer.

Bis 1940 waren Bünzen und Waldhäusern eigenständige Gemeinden mit eigenständigen Feuerwehren. Deshalb besitzt der Feuerwehrverein auch zwei Handdruckspritzen. Die ältere aus dem Jahr 1822 stand mit der Feuerwehr Bünzen gar 1889 beim Klosterbrand in Muri im Einsatz. Nach der Ausmusterung kam sie auf verschlungenen Pfaden ins Berner Oberland, durch eine glückliche Fügung vor 25 Jahren aber wieder zurück ins Freiamt. Seit 2014 steht sie, wunderschön restauriert, als Leihgabe im Feuerwehrmuseum Endingen.

Die 1899 gebaute Handdruckspritze der Feuerwehr Waldhäusern hat das Dorf hingegen nie verlassen. Sie steht bis heute im alten Magazin des kleinen Weilers. 2006, nach der Gründung des Feuerwehrvereins, wurde sie instand gestellt und 2009 am Dorffest in Bünzen erstmals wieder einer breiten Öffentlichkeit im Einsatz präsentiert.