Der Kindes- und Erwachsenenschutzdienst des Bezirks Bremgarten (KESD) hat eine turbulente und zum Teil auch recht hektische Phase hinter sich. Zuerst gab es eine lange und intensive Debatte um die Übernahme der Dienstleistungen vom Verein Jugendfürsorge Bezirk Bremgarten (JFB), der sich aufgelöst hat. Damit verknüpft folgten die Austritte von fünf Verbandsgemeinden und schliesslich sorgte auch die Diskussion um die künftige Standortstrategie da und dort für heisse Köpfe.

Die Situation hat sich beruhigt, die Organisation segelt wieder in ruhigeren Gewässern. Im vergangenen Jahr wurden die Dienstleistungen der JFB integriert, die happige Statutenrevision ist sowohl innerhalb der Organisation wie auch an den Gemeindeversammlungen aller angeschlossenen Kommunen gutgeheissen worden, der Umzug von bisher zwei Standorten in die neuen zentralen Räumlichkeiten in Anglikon ist pannenfrei erfolgt und der Betrieb dort läuft rund.

Weniger Beratungen als geplant

Zumindest bei der Kernkompetenz des KESD. Etwas harziger ist es im neu integrierten Bereich Beratung angelaufen, der in der Jahresrechnung separat ausgewiesen wird. Die Nachfrage war deutlich geringer, als aufgrund der Zahlen vom JFB erwartet werden konnte. Entsprechend wurden zu wenig Leistungen generiert, die direkt weiter verrechnet werden konnten, und die Gemeinden mussten für die verbleibenden Grundkosten nachzahlen. Unangenehm für Geschäftsführer Ignaz Heim, der die Situation an der Abgeordnetenversammlung jedoch nachvollziehbar erörtern konnte.

Die nötigen Massnahmen sind bereits ergriffen, der Personalbestand wird im Bereich Beratung entsprechend angepasst. Dennoch gaben die roten Zahlen an der Versammlung natürlich zu reden. Die Diskussion verlief sachlich und Heim wurde auch mit guten Tipps versorgt, wo er allenfalls noch sparen könnte.

Nicht budgetierte Kosten

Kritische Fragen gab es auch bei der Passation der KESD-Jahresrechnung. Hier wurde der Voranschlag 2016 aus verschiedenen Gründen deutlich überzogen. Die Kosten für den Standortwechsel waren zwar von einer Versammlung abgesegnet, hatten aber nicht budgetiert werden können. Ebenfalls mit den erwähnten Umstellungen und/oder dem Umzug zusammen hängen Mehrkosten für Dienstleistungen durch Dritte (Mandatsführungen, Rechtsberatung). Die Rechnung wurde dennoch mit zwei Gegenstimmen genehmigt.

«Wir haben eine intensive und stürmische Zeit hinter uns. Ich bin jedoch überzeugt, dass die Entscheide, die wir getroffen haben, zukunftsgerichtet sind», sagte Präsident Bruno Breitschmid, verbunden mit dem Dank an alle Beteiligten für deren Sondereinsatz. An der Versammlung verabschiedet wurden Patrick Cimma nach 15 Jahr im Vorstand und Esther Bucher nach 10 Jahren als Revisorin. Neu in den Vorstand gewählt worden ist Gabriela Bereuter, Gemeinderätin in Zufikon. Die Revisorenstelle bleibt vorderhand offen.