«Wir hoffen, dass der nächste Geburtstag unseres Sagenweges nicht der letzte ist», erklärte Rosmarie Groux, Grossrätin und Vizeammann in Berikon. Sie leitet als Vorstandsmitglied von Erlebnis Freiamt jene Gruppe, die den 2010 entstandenen Kulturpfad mit einem grossen, ehrenamtlich erbrachten Aufwand betreut. Zum grossen Bedauern aller Beteiligten läuft 2015 die fünfjährige Frist ab, für die der Kanton den Betrieb bewilligt hat. Im September, erklärte Groux weiter, finde eine Sitzung mit den verantwortlichen Leuten des Kantons statt: «Wir werden uns vehement dafür einsetzen, dass wir die Bewilligung dafür erhalten, den Weg weitere fünf Jahre betreiben zu dürfen.»

Sicher ist das nicht, denn aus Jägerkreisen ist eine Einsprache eingegangen. «Wir möchten den Sagenweg nicht mehr wissen», sagte der Waltenschwiler Forstminister Simon Zubler. Der Gemeinderat stehe voll und ganz hinter dieser Einrichtung: «Es gibt keinerlei Probleme, auch keinen liegen gebliebenen Unrat. Der Weg ist bestens unterhalten. Speziell für die Kinder ist dieser Pfad, der interaktiven Unterricht zur Geschichte unserer Region ermöglicht, sehr attraktiv und wertvoll.»

«Wir werden dafür kämpfen, dass sich hier der Verschwindibus-Virus nicht breitmachen kann und wir den Sagenweg in zwei Jahren nur noch vom Hörensagen kennen», knüpfte Peter Hägler, der Präsident von Erlebnis Freiamt, an die Kampfansage von Rosmarie Groux an.

Demonstration für die Beliebtheit

Weil der 4. Geburtstag des Sagenweges mit dem Erscheinen der ersten Freiämter Freizeitkarte mit integrierten Radrouten zusammengefallen ist, hat Erlebnis Freiamt eine Rad-Sternfahrt organisiert. Gestartet wurde in Wohlen, Bremgarten und Muri, von dort aus gab es drei Routen, die jeweils an Original-Schauplätzen von Freiämter Sagen vorbeiführten und an denen die entsprechende Geschichte von engagierten Erzählerinnen spannend vorgetragen wurde. Über 60 Personen haben sich an dieser Sternfahrt beteiligt.

So auch auf der Route, die ab Bremgarten Obertor von Fredy Zobrist, einem der Hauptinitianten für die Entstehung des Sagenweges, persönlich angeführt wurde. Die vom az-Reporter begleitete Tour führte vorerst zum Zufiker Emaus und zur Sage vom Zufiker Tanzplatz. Vor der Klosterkirche in Muri sorgte Regula Waldispühl mit dem «Stifeliryter» ebenso für Gänsehaut wie beim Murianer Sentenhof mit dem «Zwerg von Muri», in Boswil mit den «Angelsachsen» und kurz vor dem Ziel mit der «Waltenschwiler Hexe». Diese gelungene Sternfahrt schreit förmlich nach einer Fortsetzung.