Oberlunkhofen
Rollender Verkehr auf Ortsdurchfahrt soll beruhigt werden

In der Kellerämtergemeinde liegt eine Planungsstudie zur Aufwertung der Zürcherstrasse und des Dorfzentrums vor. Ob Oberlunkhofen die Gesamtstudie oder Teile davon in rund 10 Jahren umgesetzt haben wird, muss sich weisen.

Lukas Schumacher
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Planer Sasa Subak vor der Studie.

Planer Sasa Subak vor der Studie.

sl

Ortsdurchfahrten dienen heute in erster Linie dem rollenden Motorfahrzeugverkehr. Dass der Strassenraum und das angrenzende Gebiet vielfältiger genutzt werden kann, zeigt eine Planungsstudie in Oberlunkhofen. Im Auftrag des Gemeinderates nahm das Büro Metron die Zürcherstrasse unter die Lupe, genauer den Strassenabschnitt vom Ortskern beim Restaurant Central bis hinauf zum Restaurant Bauernhof. Die Studie gilt als Pilotprojekt, sie wird vom Kanton finanziell und ideell unterstützt.

Ein wichtiges Ziel der Studie ist laut Gemeindeammann Karl Grossen «die grösstmögliche Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, vom Fussgänger bis zum Autofahrer.» Klar sei, dass der schon heute rege Motorfahrzeugverkehr auf der Zürcherstrasse im Sog mehrerer geplanter Wohnbauvorhaben noch zunehmen werde.

Dorfplatz-Fläche, Begrünungen

Sasa Subak vom Büro Metron stellte die Studie vor. Sie sieht mehrere gestalterische Massnahmen vor. Diese sollen den Verkehr beruhigen und den Strassenraum deutlich aufwerten. Im Bereich des Ortskerns soll die Zürcherstrasse in eine grössere Dorfplatzfläche umgestaltet werden, mit breiteren Gehwegen, einer kleinen Brunnenanlage, mit Begrünungen und mehr Platz für die Bushaltestellen. Oben beim Restaurant Bauernhof sieht die Studie eine Torsituation vor, eine Vorplatzgestaltung, die Autofahrer zum Abbremsen verleiten soll. Vorschläge für Fusswegabschnitte, Baumreihen, Böschungen und Vorgärten komplettieren die Studie.

Das Planungsbüro Metron empfiehlt dem Gemeinderat, die Studie als behördenverbindliches Instrument zu verankern. Ob Oberlunkhofen die Gesamtstudie oder Teile davon in rund 10 Jahren umgesetzt haben wird, muss sich weisen.

Gemeinderat geht in Klausur

Mit der Studie und insbesondere mit dem Andermatt-Gelände unweit der Zürcherstrasse wird sich der Gemeinderat demnächst intensiv befassen. Am 9. Juni trifft sich der Gemeinderat zu einer Klausurtagung. Dabei wird die Überbauungsplanung des Andermatt-Areals erörtert, das zu zwei Dritteln der Gemeinde gehört. Dem Gemeinderat schwebt eine modernere Überbauungsweise vor, dies als Kontrast zum historisch gewachsenen Ortskern nördlich der Zürcherstrasse. Ein wichtiger Teil der geplanten Überbauung stellt das Vorhaben der Wohnbaugenossenschaft Oberlunkhofen dar. Sie will rund 30 Seniorenwohnungen und 10 bis 15 Pflegeplätze realisieren.

An der Klausurtagung wird auch besprochen, ob man für die Andermatt-Wiese eine spezielle Zentrumszone schaffen soll und ob man das Grossprojekt in Form eines Wettbewerbs oder einer Planungsstudie vorantreiben möchte.

Raiffeisenbank auf Wartebank

Die Überbauungsplanung auf der Andermatt-Wiese kam bisher nur zögerlich voran. Das liegt sowohl am langwierigen planerisch-gestalterischen Hürdenlauf als auch an den Eigentumsverhältnissen. Die Raiffeisenbank Kelleramt-Albis, die hier einen Neubau realisieren will, kann das Bauland nicht kaufen. Die Eigentümerfamilie will keinen Land-Deal abschliessen. Jetzt versucht die Bank, auf der gegenüberliegenden Seite der Zürcherstrasse Grundstücke für den benötigten Neubau zu erwerben.

Nicht nur der Raiffeisenbank sind derzeit die Hände gebunden, sondern auch der Wohnbaugenossenschaft Oberlunkhofen. Bevor die vielen offenen Planungsfragen nicht beantwortet sind, kann die Genossenschaft nur beschränkt Aktivitäten entwickeln.