Wohler Kandidatenporträts

Roland Vogt (SVP): «Geld haben wir nur für Nötiges»

Kandidat Roland Vogt (SVP).

Kandidat Roland Vogt (SVP).

Für den Gemeinderat Wohlen kandidieren acht Personen für fünf Sitze. Zu den fünf wiederkandidierenden Gemeinderäten kommen drei Neukandidierende. Die AZ stellt sie alle in kurzen Porträts vor. Dieses Mal: Roland Vogt, SVP, 48, bisher.

«Ich bin seit November 2015 Gemeinderat. Die Arbeit gefällt mir sehr und auch die Zusammenarbeit im Gremium ist gut. Ich würde dieses Amt gerne weiter ausüben, zum Wohl der Gemeinde», begründet Roland Vogt seine Wiederkandidatur.

Seine Partei, erklärt der ehemalige Präsident der SVP-Ortspartei Wohlen weiter, sei im Gemeinderat lange Jahre «nicht mehr erwünscht» gewesen. Für die Zusammenarbeit im Dorf sei das sicher nicht optimal gewesen. «Jetzt, wo wir wieder dabei sind», sagt Vogt, «ist es doch etwas ruhiger geworden.»

Der Finanzminister führt die Veränderungen im politischen Klima zwar nicht nur darauf zurück, dass die wählerstärkste Wohler Partei auch in der Exekutive vertreten ist. Doch: «Man hat in den letzten zwei Jahren feststellen können, dass man auch mit der SVP durchaus zusammenarbeiten kann.»

Für beide Seiten fruchtbar

Mit ihm, erklärt Vogt weiter, fliessen auch die SVP-Ideen in den Gemeinderat ein und würden dort diskutiert. Anderseits könne er die Überlegungen des Gemeinderates direkt in seine Partei einbringen, was dem Verständnis und der Akzeptanz von Entscheiden sicher nicht abträglich sei.

«Die neue Situation hat auch dazu geführt, dass die SVP bei der Erarbeitung von Projekten früher mit im Boot ist und sich einbringen kann. Der vermehrte und frühzeitigere Austausch von Argumenten und Meinungen hat meiner Ansicht nach auch im Einwohnerrat zu sachlicheren Diskussionen geführt.»

Im Gemeinderat laufe es natürlich nicht immer so, wie er das möchte: «Wir diskutieren hart und ehrlich, aber auf einem konstruktiven und fairen Niveau. Und wenn ein Entscheid gefallen ist, dann wird er nach dem Kollegialitätsprinzip nach aussen vertreten. Das ist für mich wichtig.»

«Steuergeld ist nicht unser Geld»

Wo wünscht sich Roland Vogt in der neuen Amtsperiode Veränderungen? «Die Politik muss sich bewusst sein, dass alles, was man will, Geld kostet. Dieses Geld kommt nicht primär von den Politikerinnen und Politikern, es kommt von allen Steuerzahlern. Steuergeld ist nicht unser Geld und deshalb müssen wir künftig noch sparsamer damit umgehen.» D

as Kostenbewusstsein, findet Vogt, sei oft noch zu wenig ausgeprägt: «Wir müssen uns bei allen Projekten überlegen: Ist dieses Projekt oder diese Anschaffung nun wirklich für ganz Wohlen nötig, oder wollen wir damit einfach jemandem einen Gefallen tun?»

Trotzdem bleibe es finanziell eng: «Wir werden 2018 aufgrund des Finanz- und Lastenausgleichs zwar mit einem tieferen Steuerfuss fahren können. Tendenziell zeigt das Pendel wegen den vielen grossen Projekten für die nächsten Jahre leider aber eher nach oben.»

Das neue Führungsmodell erachtet Roland Vogt als Chance: «Ich habe dieses Projekt unterstützt und erwarte, dass unsere Verwaltung mit der neuen Führung noch effizienter und professioneller wird. Für den Gemeinderat, der künftig nur noch fünf Mitglieder umfasst, wird es zwar nicht weniger Arbeit geben. Doch die Tätigkeit wird sich auf die strategische Ebene verlagern. Wir müssen uns weniger um administrative Kleinigkeiten kümmern.»

Strategisch denken heisst für den Finanzminister vor allem auch, sich zu überlegen, wie man neue gute Steuerzahler ins Dorf bringen und jene, die schon da sind, weiterhin behalten kann.

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