Alt Oberrichter Werner Huber aus Wohlen, alt Bezirksamtmann Josef Koch aus Muri, alt Grossrat Jakob Peterhans aus Sins, alt Gemeindeammann Josef Nogara aus Merenschwand, die amtierenden Grossräte Werner Strebel, Muri und Ralf Bucher, Mühlau – als CVP'ler hatte Roland Brogli am Landammann-Stammtisch im Oberfreiamt quasi ein Heimspiel.

Diskutiert wurde zwar engagiert und teilweise auch heftig. Doch es war eine Diskussion unter Freunden, die nie ausuferte. Man war bestrebt, die Argumente des anderen zu verstehen und zu respektieren.

Der Themen gab es viele. Erstaunlicherweise waren es nicht jene, die in den vergangenen Tagen die Zeitungsspalte gefüllt haben. Zumindest in den ersten anderthalb Stunden war weder die Rede von den Asylbewerbern in Aarburg, noch von den allfälligen Auswirkungen eines Alstom-Wegzugs und auch die Lehrerlöhne wurden lediglich am Anfang kurz gestreift.

Zwischen Herrgöttli und Käsekuchenhäppli kam der Finanzminister im "Ochsen" selbstredend zuerst auf das Geld zu sprechen. "Dem Aargau geht es immer noch gut, aber wir müssen dafür schauen, dass es uns auch in Zukunft noch gut geht."

So nebenbei liess Brogli durchblicken, dass für ihn der kürzlich diskutierte AKB-Deal noch keineswegs gestorben ist. Nach wie vor ist er fest der Meinung, dass damit ein wirkungsvoller Beitrag zum Abbau der Staatsschulden geleistet werden könnte.

Von den Finanzen gings zur Schule, von der Schule zur Kommunikation, von der Kommunikation zum Nationalen Finanzausgleich, der Ungleichheit unter den Kantonen und der Gesetzesflut aus Bern, die auch dem Aargauer Landammann nicht gefällt: "Manchmal habe ich das Gefühl, das Parlament in Bern winkt Gesetze und Vorlagen einfach durch ohne darauf zu achten, was sie für negative Auswirkungen auf die Kantone, die Gemeinde und letztlich die Bürger haben."

Je länger der Abend umso angeregter die Diskussion und schliesslich kam das Thema Asylbewerber doch noch auf die Traktandenliste. Jetzt wusste die Chauffeuse von Roland Brogli, die ruhig an einem Tisch im Restaurant sass, endgültig, dass es am Freitag im Murianer "Ochsen" ganz bestimmt keinen frühen Feierabend geben würde.