Ritalin-Arzt
Ritalin-Arzt zieht Beschwerde ans Verwaltungsgericht weiter

Malm rekurriert gegen den Entscheid des Regierungsrates und somit gegen die Praxisbewilligung. Er will Rechtsmittel mit aufschiebender Wirkung einlegen. Über seinen Anwalt lässt er mitteilen, er wolle die Praxis weiterhin in vollem Umfang betreiben.

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Der Arzt Ingo Malm steht heute in Bremgarten vor Gericht

Der Arzt Ingo Malm steht heute in Bremgarten vor Gericht

AZ

Der Beschwerde kommt laut geltendem Recht «aufschiebende Wirkung» zu. Das heisst also, dass aus jurisitscher Sicht, journalistische Meldungen, wonach Herr Malm seien Praxis innert zwei Monaten definitiv zu schliessen hat, falsch. Sein Anwalt Lorenzo Marazzotta macht geltend, Malm würde dadurch wirschafltichen Schaden erleiden.

Der Regierungsrat hat seine Beschwerde abgelehnt. Am 8. November 2011 eröffnete das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) ein Disziplinarverfahren gegen den Arzt. Das DGS entzog ihm im Mai 2012 die Bewilligung, weiterhin selbstständig seinen Beruf auszuüben. Zudem auferlegte es ihm eine Busse von 5'000 Franken. Dagegen erhob Malm Beschwerde beim Regierungsrat, diese wurde nun abgelehnt.

Vertrauenswürdigkeit abgesprochen

«Aufgrund der zahlreichen, teils wiederholt begangenen Verfehlungen ist dem Beschwerdeführer die erforderliche Vertrauenswürdigkeit abzusprechen», schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung. Zudem wird festgehalten, dass ihm das Departement Gesundheit und Soziales die Berufsausübungsbewilligung zurecht entzogen habe.

Ingo Malm habe wiederholt gegen das Selbstdispensationsverbot (Abgabe von Medikamenten) verstossen. Im Zusammenhang mit diesen Verstössen und aufgrund von Verfehlungen bei Kontrolle und Lagerung von Betäubungsmitteln geht der Regierungsrat von einer schuldhaften Verletzung der Berufspflicht aus. Der Regierungsrat erachtet daher auch die Busse über 5'000 Franken als gerechtfertigt.

Die Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung als Arzt oder Ärztin setze unter anderem voraus, dass die Person vertrauenswürdig sei, so der Regierungsrat weiter. Zudem müsse deren physische und psychische Verfassung gewährleisten, dass sie den Beruf einwandfrei ausüben könne. Sind diese Voraussetzungen nicht mehr erfüllt, wird die Bewilligung zur Berufsausübung mit Wirkung für den Kanton Aargau entzogen.