Stefan Achermann von der BDP musste schwer lachen, als er den Brief von Ingo Malm erhielt. Und auch FDP-Stadtrats-Kandidatin Monika Briner war überrascht: «Ich dachte zuerst, das muss ein April-Scherz sein» sagt sie zu «Tele M1».

Im Brief fordert Ingo Malm die Kandidatinnen auf, für «die entstandenen Umtriebe einen Betrag von 100 Franken innerhalb von 14 Tagen» auf sein Konto zu überweisen.

Weiter heisst es im Schreiben, «mit der Überweisung erkennen Sie Ihren Fehler an und es kann aktuell auf eine gerichtliche Auseinandersetzung verzichtet werden.»

Wahl-Flyer sind Grund der Forderung

Malm ist verärgert, weil die Post die Werbe-Flyer der beiden Parteien in seinen Briefkasten eingeworfen hat, trotz des Reklameverbots. Die Wahl-Flyer gelten beim gelben Riesen als offizielle Sendungen und werden deswegen in alle Haushalte verteilt - ganz legal.

Das Blatt kann sich wenden

Der Rechtsanwalt Lukas Breunig sieht keine justiziable Grundlage für Malms Forderung und geht sogar einen Schritt weiter: «Herr Malm zwingt die Gemeinderäte zu zahlen unter der Androhung eines Prozesses.» Dies könnte gemäss Breunig eine Nötigung sein.

«Ich habe erbarmen mit Herr Malm»

Stefan Achermann von der BDP erbarmt sich mit dem Skandal-Arzt und will nicht gerichtlich gegen ihn vorgehen. Die Aktion von Malm sei seiner Meinung nach «nicht mehr nachvollziehbar».

Ingo Malm hat den Brief geschrieben, weil ihn die Werbe-Aktion einfach nerve. Mehr wollte er gegenüber «Tele M1» nicht sagen.