Muri

Ringerkrimi ohne Happy-End für die Freiämter: Sie wählten die falsche Taktik

Pascal Strebel im Kampf gegen Alen Kacinari. Wolfgang Rytz

Pascal Strebel im Kampf gegen Alen Kacinari. Wolfgang Rytz

In den letzten Jahren hat sich der Mannschaftskampf zwischen den Ringern von Freiamt und Hergiswil zu einem heissen Rivalenderby entwickelt. Die Freiämter Ringer mussten eine knappe 18:19-Heimniederlage gegen den Luzerner Rivalen einstecken.

In den letzten Jahren hat sich der Mannschaftskampf zwischen den Ringern von Freiamt und Hergiswil zu einem heissen Rivalenderby entwickelt. Die jüngste Episode in der Bachmattenhalle Muri steigerte sich zu einem Ringerkrimi. Mit dem nötigen Glück entführten die Gäste den Sieg mit 19:18 Punkten ins Luzerner Hinterland.

Die Geschichte führte wie bei Ringermatchs üblich über zehn Akte. Ebenso häufig wechselte der Täter. In die Hauptrolle schlüpfte am Schluss der Hergiswiler Alen Kacinari. Überraschend schüttelten die Luzerner diesen Trumpf im Kampf um den Halbfinal aus dem Ärmel. Kacinari gilt bei den Napf-Ringern ebenso als Freistilgenie wie als launische Diva. Nach zwei Mannschaftsmeistertiteln zog er sich Ende 2013 nach Unstimmigkeiten zurück. Deshalb rechnete Freiamts Trainer Thomas Murer nicht mit ihm.

Olympiaringer zu ehrgeizig

Vor dem letzten Einzelkampf führte Freiamt 18:15. Greco-Spezialist Pascal Strebel musste nun bis 74 kg Freistil gegen Kacinari den Mannschaftssieg sichern. «High noon» in der Bachmattenhalle: Die Fans unter den 550 Zuschauern sorgten für einen Höllenlärm. Der technisch bessere Kacinari bemühte sich um Angriffe, der physisch stärkere Strebel verteidigte. Nach einem 0:1-Pausenrückstand gelang Strebel der Ausgleich.

Dann agierte er aber zu passiv. 50 Sekunden vor Ablauf der Zeit folgte die zweite Verwarnung. Doch Strebel dachte nicht daran, Wertungspunkte abzugeben und damit Zeit verstreichen zu lassen. So hätte Freiamt 19:18 gewonnen. Im Chor forderten die Hergiswiler Fans nun die Disqualifikation des Freiämters. Nach 5:51 von maximal 6:00 Minuten schritt der Freiburger Kampfrichter zur Tat und erklärte Alen Kacinari zum vorzeitigen Sieger.

«Das ist ein Sieg mit viel Glück, aber Freiamt und Pascal Strebel sind selber schuld. Das war die falsche Taktik», erklärte Hergiswils Teamchef Peter Kunz. «Wir müssen den Fehler nicht im letzten Kampf und auch nicht beim Kampfrichter suchen», befand Freiamts Nachwuchschef und Coach Adi Bucher. «Bei uns haben Yanick Klausner, Randy Vock und Andrey Malzew Punkte verschenkt.» Cheftrainer Murer sprach gar von einer «guten Leistung». Anderer Ansicht war sein Vorgänger Marcel Leutert: «Da liegt ringerisch mehr drin.»

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