Tägerig
Rico, Monti und Emily – drei flauschige Lehrer fürs Leben

Auf dem Weidhof in Tägerig lernen die Kinder in der Ponyspielgruppe, Verantwortung zu tragen.

Melanie Burgener
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Eveline Hugener (rechts) und Franziska Baschnagel spazieren mit der Ponyspielgruppe vom Hof in die Natur.

Eveline Hugener (rechts) und Franziska Baschnagel spazieren mit der Ponyspielgruppe vom Hof in die Natur.

Fröhliche Stimmen und freudiges Bellen erfüllen den Weidhof in Tägerig am Donnerstagmorgen. Die Kinder der Ponyspielgruppe bereiten die beiden Ponys Rico und Monti für den Spaziergang vor. Diese Aufgabe nehmen sie sehr ernst. Jede einzelne Stelle des Fells wird gestriegelt, und auch die Schweizer Sennenhündin Emily kommt dabei nicht zu kurz. Sie springt übermütig um die Kinder herum und erhält ebenfalls den einen oder anderen Bürstenstrich. «Emily ist neben den Ponys ein Highlight für die Kinder und muss immer mit dabei sein», lacht Eveline Hugener, Initiantin der Spielgruppe.

Die Idee, eine Ponyspielgruppe aufzubauen, hatte Hugener schon länger. Ihr liegt die Förderung von Kindern und Jugendlichen am Herzen. Deshalb wollte sie auf dem Hof der Familie Moos, auf dem sie seit sechs Jahren mit ihrem Partner Roland Moos lebt, Aktivitäten für Kinder anbieten, die noch nicht alt genug sind, um die Reitschule zu besuchen. Ihre Kollegin Franziska Baschnagel, die selber schon Leiterin einer Waldspielgruppe ist, war sofort begeistern und hat gleich ihre Hilfe angeboten. So haben sie im vergangenen August ihren Plan umgesetzt – und das mit Erfolg. «Unsere Donnerstagsgruppe ist mit sieben Kindern fast voll. Es hätte noch ein Kind Platz. Deshalb erweitern wir das Angebot und bieten neu auch am Mittwoch eine Gruppe an», erklärt Hugener. Die Kinder der Ponyspielgruppe sind im Alter von drei bis fünf Jahren.

Grosse Nachfrage

Da die Nachfrage nach Reitangeboten für Kinder sehr gross war, hat Hugener Anfang November zusätzlich den Kids-Club ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein Angebot für Kinder, die zu alt für die Spielgruppe, aber noch zu jung für die Reitschule des Weidhofs sind. «Das Programm ist sehr ähnlich wie das der Spielgruppe, einfach eine Stufe höher. Es soll der Vorbereitung zum Reiten dienen.»

Eveline Hugener, die ursprünglich aus Ägeri kommt, hat selber keine Kinder. Deshalb geniesst sie die Zeit mit den Spielgrüpplern umso mehr: «Sie geben einem so viel zurück.» Es freue sie zu sehen, wie die Kinder die Natur erforschen und wie glücklich sie dabei sind. «Manchmal bleiben wir alle stehen, weil die Kinder einen Regenwurm entdecken oder eine Schnecke aufheben wollen.»

Eine Lektion fürs Leben

Die Jungen und Mädchen lernen auf dem Weidhof viel fürs Leben. Auf den Spaziergängen müssen sie sich zum Beispiel mit dem Reiten abwechseln und üben so zu teilen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Dadurch, dass sie sich auch um die Tiere kümmern, lernen sie ebenfalls, was es heisst, Verantwortung zu übernehmen. Von den Eltern hat Hugener gehört, dass sie schätzen, was die Kinder in den drei Stunden pro Woche auf dem Weidhof lernen, und besonder, dass sie dabei noch an der frischen Luft sind.

Schlechtes Wetter und kalte Temperaturen halten die Kinder nicht davon ab, die Welt zu entdecken. «Wir sind auch draussen, wenn es regnet oder schneit. Im schlimmsten Fall stünde uns die Halle offen, diese benützen wir aber fast nie.» Der ausgiebige Spaziergang neigt sich langsam dem Ende zu. Und nachdem auch noch die kleine Jasmin auf dem Rücken von Rico gesessen hat, macht sich die Truppe auf den Weg zurück zum Hof, wo ein Znüni mit heissem Tee auf sie wartet.