Auw

Richtplan bestimmt Windpark-Chancen

Ob auf dem Lindenberg einst eine Windenergieanlage stehen wird, wie hier im Jura, ist offen. zvg

Ob auf dem Lindenberg einst eine Windenergieanlage stehen wird, wie hier im Jura, ist offen. zvg

Die SVP des Bezirk Muri befasste sich mit einer möglichen Windenergieanlage auf dem Lindenberg. Josef Nogara, Präsident des Regionalplanungsverbandes (Repla) Oberes Freiamt, klärte die Anwesenden darüber auf, wie es weiter geht.

Über eine mögliche Zukunft eines Windparks Lindenberg entscheidet zuerst einmal der Grosse Rat im Zusammenhang mit dem aargauischen Richtplan. Das erklärte Josef Nogara, Präsident des Regionalplanungsverbandes (Repla) Oberes Freiamt, an der Generalversammlung der SVP Bezirk Muri im «Hirschen» in Auw. «Je nach dem, wie der Grosse Rat entscheidet, können wir auf regionaler Ebene weiterarbeiten oder eben nicht», erklärte Nogara.

Wenn nämlich schon im Richtplan dieser Alternativenergie der Wind aus dem Segel genommen wird, erübrigt sich eine Weiterplanung. Grundsätzlich stehen Repla und die Gemeinde Beinwil dem Projekt Windpark Lindenberg offen gegenüber. In der Vernehmlassung zum Richtplan wurden allein zur Windenergie 133 Eingaben gemacht. Klar, dass noch viele Fragen geklärt werden müssen, bevor allenfalls die erste Turbine dreht.

Landschaftsverträglich?

Fragen zum Beispiel über die Lärmemissionen. Oder über den Schattenwurf der Windräder mit einer Nabenhöhe von 123 Metern. Auch muss geklärt werden, ob die auf Luzerner und Aargauer Seite des Lindenbergs angedachten sieben Anlagen Vogelzüge stören oder sich negativ auf das Leben der Wildtiere auswirken. Viele zweifeln die Landschaftsverträglichkeit des Windparkes an, unter anderem die Landschaftskommission der Repla, wie Milly Stöckli, Mitglied dieser Kommission, erklärte.

Luzerner machen Druck

Begonnen hat das Projekt auf Luzerner Seite, als ein Bauer Windmessungen auf seinem Land vornahm. Inzwischen tritt seine Vereinigung «Windenergie Lindenberg» zusammen mit der Centralschweizer Kraftwerke (CKW) und – auf Aargauer Seite – der Reninvest (mit SIG und AEW) geschlossen als Investorengruppe «Windpark Lindenberg» auf. «Wir müssen nicht auf die Suche nach Investoren gehen», sagte Nogara, «die Investoren kamen auf uns zu.» Während auf Aargauer Seite auf das Ergebnis des Richtplans gewartet werden muss, machen die Luzerner bereits Druck.

Obwohl der Aargau nicht als «Windkanton» eingestuft wird, treten auf dem Lindenberg doch Windgeschwindigkeiten auf, die den Betrieb von Windanlagen interessant machen. Eine einzige Anlage des geplanten Typs mit einem Rotordurchmesser von 114 Metern liefert jährlich 5,7 GWh, was dem Strombedarf von 1500 Haushaltungen (Familie mit zwei Kindern) entspricht. Eine Anlage kostet rund 5 Mio. Franken, die Gesamtinvestitionen für den Windpark Lindenberg werden mit 60 Mio. Franken veranschlagt.

Mit Nationalratskandidatin

Die SVP Bezirk Muri konnte vor Nogaras Vortrag von einem erfolgreichen Jahr berichten. Präsidentin Esther Bachmann, Merenschwand, freute sich, mit Milly Stöckli, Muri, eine Nationalratskandidatin in den Wahlherbst begleiten zu können. «Wir bleiben sachlich, ehrlich und anständig, akzeptieren anderes Gedankengut, arbeiten für unsere Gemeinde und unseren Bezirk», gab sie die Leitlinie der Bezirkspartei bekannt. Die Jahresrechnung schloss mit Mehreinnahmen von gut 660 Franken ab, das Budget 2011 sieht Einnahmen von 7200 Franken und Ausgaben von 6600 Franken vor.

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